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Ostern – eine Zumutung?! Eine Betrachtung von Weihbischof Wilhelm Zimmermann

Liebe Leserinnen und Leser des Neuen Ruhr-Wortes, liebe Schwes­tern und Brüder,

sind wir österlich gestimmt, wenn wir die Osternacht mitgefeiert haben und die Worte des Evangelisten Markus nachklingen lassen? „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht da, die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“
Wie ist uns bei diesem Text zumute, oder bei den Liedern, die wir an Ostern singen: „Verklärt ist alles Leid der Welt, die Gräber sind vom Glanz erhellt!“ Was ist bei uns übriggeblieben von der Nachricht der Frauen? Das Leid ist in der Welt immer noch vorhanden, und an den Gräbern unserer Verstorbenen stehen immer weniger Menschen, die an die Auferstehung Jesu und ein Leben nach dem Tod glauben. Sind die Art und Weise und der Inhalt, wie wir Ostern feiern, nicht nur noch etwas für gläubige „Hardliner“ und für andere eine Zumutung?
Da wird unsere Zukunft und die Hoffnung der Christen auf Leben gefeiert und viele Christen fahren in den Urlaub oder gestalten die österlichen Tage als Freizeit vom Arbeitsalltag. Dazu passen auch Umfragen, nach denen immer weniger Chris­ten mit einer Auferstehungshoffnung leben, wie immer sie auch menschlich vorstellbar sein mag.

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