Die Tür bleibt zu…

Papst Franziskus antwortet auf Forderung nach Abschaffung des Zölibats.

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Münsterschwarzach. Vor zwei Jahren bat der Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller den Papst, die Ehelosigkeit von Priestern zu überdenken. Die Antwort ist zwar ein grundsätzliches Nein, lässt aber Spielraum für Interpretationen.
Seit Anfang der Woche hält Müller die Antwort aus Rom in den Händen. Der Heilige Vater halte es nicht für praktikabel, „universalkirchlich eine Option zwischen einem verheirateten und einem zölibatären Klerus zu ermöglichen“. Zwei Jahre hat Müller auf dieses Schreiben zu seiner Forderung nach Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester warten müssen. Enttäuscht ist der Leiter des Recollectio-Hauses im unterfränkischen Münsterschwarzach trotzdem nicht.

Die „herrschende Disziplin“

In dem einseitigen Brief, der auf den 25. November datiert ist und über die Vatikanbotschaft in Berlin kam, wird bewusst Bezug genommen auf eine Praxis, die Papst Paul VI. in seiner Enzyklika „Sacerdotalis caelibatus“ 1967 benannte. Danach kann es in einzelnen Fällen eine Zulassung eines verheirateten Mannes zum Priesteramt geben. Diese dürfe aber „keine nachteiligen Folgen für die herrschende Disziplin bezüglich des Zölibats mit sich bringen“, wie es heißt. „Warum lässt er das schreiben?“, fragt Müller in Richtung Franziskus.
Normalerweise sei dieser Weg bisher nur für evangelische Pfarrer gedacht, die katholisch werden und als Pries­ter tätig sein wollen. Könnte das dann vielleicht auch für verheiratete Diakone oder bewährte Laien, sogenannte viri probati gelten, fragt sich der Theologe. Und interpretiert die Zeilen weiter: Was bedeutet das Wort „universalkirchlich“, wenn Franziskus immer wieder von der Bedeutung der Ortskirchen spricht?

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