Mehr als nur ein dicker Hammer

Worum geht es eigentlich? Um Tourismus? Um ein Konjunkturprojekt? Oder um Gedenken? Zu viel Luther – so lautet jedenfalls einhellige Fazit namhafter Historiker. So beklagt der Kirchenhistoriker Anselm Schubert (Erlangen) eine „völlig Personalisierung“. Das Grundproblem sei, „dass wir etwas feiern sollen und nicht wissen warum“, sagt der evangelische Theologe und Historiker. Der evangelische Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann (Göttingen) spricht von einer „tourismuspolitischen Konjunkturmaßnahme“ im Hinblick auf die fünf neuen Länder und kritisiert fachlich fragwürdige Werbekampagnen. Matthias Pohlig, der Geschichte der Frühen Neuzeit in Münster lehrt, kritisiert, dass  „noch sorgloser als sonst Geld für zweifelhafte Projekte und zusammenhanglose Sammelbände ausgegeben“, werde.


01_dhm_luthereffekt_reformatoren

Martin Luther im Kreise von Reform atoren, um 1625/1650. Das Bild stammt aus der Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Reformation“, die vom 12. April bis 5. November 2017 in Berlin zu sehen sein wird. Foto: © Deutsches Historisches Museum


Worum geht es eigentlich? Um Tourismus? Um ein Konjunkturprojekt? Oder um Gedenken? Zu viel Luther – so lautete jedenfalls jüngst das einhellige Fazit einer Podiumsdiskussion auf dem Deutschen Historikertag über „Sinn und Unsinn des Reformationsjubiläums 2017“ in der Hamburger St.-Jacobi-Kirche. Der Kirchenhistoriker Anselm Schubert (Erlangen) beklagte eine „völlig Personalisierung“. Das Grundproblem aber sei, „dass wir etwas feiern sollen und nicht wissen warum“, sagte der evangelische Theologe und Historiker.
Er habe den Eindruck als wolle man „in der Evangelischen Kirche gar nicht mehr die Reformation feiern“, sondern „eine gemeinsame Trauerarbeit der Traumata der Konfessionalisierung“ betreiben, sagte Schubert vor dem Hintergrund des „Gemeinsamen Wortes zum Jahr 2017“, das die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), vor Mitte September 2016 veröffentlicht haben (vgl. Neues Ruhr-Wort, 38/16). „Die Einzigen, die wirklich feiern wollen“, seien die Politiker, und zwar „mit viel Geld“ im Bund und in den Ländern. „Die Motive, die da gefeiert werden, sind schwierig für einen Historiker“, sagt…
Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.
Neues Ruhr-Wort PLUS Dieser Artikel zählt zu den Bezahlinhalten unseres Onlineportals.

Diesen Artikel
Mehr als nur ein dicker Hammer
0,19
EUR

24-Stunden-Pass
24 Stunden Zugang zu allen Inhalten dieser Website
1,99
EUR

24-Tage-Pass
24 Tage Zugang zu allen Inhalten dieser Website
7,99
EUR
Monatsabo
1 Monat Zugriff auf alle Inhalte dieser Website (jederzeit kündbar)
7,60
EUR
Powered by

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Sonntagsschau (30/10) • Löwenblog

Kommentare sind deaktiviert.