Sternsinger aus Bochum fahren zur Kanzlerin

Die Sternsinger sind sie unterwegs zu den Menschen, bringen den Segen „C+M+B – Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ und sammeln für notleidende Gleichaltrige in aller Welt. Foto: Benne Ochs/Kindermissionswerk

Bochum. Zum Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu fahren, war schon lange ein Traum von ihnen. Jetzt wird er bald wahr. Am 8. Januar fährt eine Königs-Gruppe der Gemeinde St. Anna aus der Propsteipfarrei St. Peter und Paul nach Berlin.

Dort trifft die Kanzlerin dann am 9. Januar auf Stersinger aus allen 27 deutschen Diözesen, die dort mit jeweils einer Gruppe vertreten sind. In einem Wettbewerb, der im Stersinger-Werkheft zur jeweiligen Aktion ausgeschrieben wird, konnten sich die jungen Sängerinnen und Sänger bewerben. „Wir waren alle sehr aufgeregt, als das Einschreiben mit der Einladung aus Berlin kam“, erzählt Laura Herold, Leiterin der Gruppe aus Bochum. Denn nicht nur sie, ihre gesamte Familie ist beim Sternsingen der Gemeinde beteiligt. Ihre ältere Schwester ist ebenfalls Leiterin, ihr Vater, der Tischler ist, bastelt den Stern für den Träger, und ihre Mutter kocht für die jungen Könige. Da sich ihre Schwester beruflich nicht frei machen konnte, war schnell klar, dass Laura die Könige in die Hauptstadt begleitet.

Von den etwa 15 Kindern und Jugendlichen der Bochumer Gemeinde wurden zwei Mädchen und zwei Jungen unterschiedlichen Alters ausgewählt, um eine möglichst gerechte Entscheidung zu treffen. Zu den Vertetern aus Bochum zählen dann kurz nach dem Dreikönigstag Marie-Luise (16), Jost (14) und Emma (10), die Geschwister sind, sowie der elfjährige Sandro. Sie alle haben bereits mehrmals bei der Stersinger-Aktion mitgemacht und sind auch Messdiener der Gemeinde. „Es ist schön, dass wir zu unserem zehnten Jubiläum nach Berlin fahren dürfen“, sagt Laura Herold, die ebenfalls bereits als Kind als Sternsingerin durch die Straßen zog. Denn nach einer Pause hatte die St.-Anna-Gemeinde das Sternsingen vor zehn Jahren neu aufleben lassen. Die Gewänder der Könige sind zurzeit noch in der Schneiderei, da sie sich in Berlin auch optisch von ihrer besten Seite zeigen möchten.

Doch auch textlich mussten sie sich bisher besonders vorbereiten, da den Bochumern noch eine weitere Ehre zuteil wird. Sie dürfen den Segensspruch im Bundeskanzleramt überbringen. Zwei bis drei Videobeispiele ihres Könnens sollen sie bis dahin bei den Verantwortlichen der Aktion vorlegen, um zu zeigen, dass sie deutlich sprechen und gut betonen können. „Ich selbst muss bei diesen Filmen die Rolle der Kanzlerin einnehmen“, sagt Laura Herold lachend über die ungewohnte Situation. Viel Zeit, um auch noch Berlin zu besichtigen, wird den Bochumern wohl nicht bleiben, auch wenn sie sich zumindest rund ums Kanzleramt umschauen möchten. Und auch die Zeit einer viel beschäftigten Politikerin wie Angela Merkel wird eher knapp bemessen sein. Das sei jedoch zunächst zweitrangig, so Laura Herold. „Die Gruppe freut sich darauf, ins Fernsehen zu kommen und eine Person kennen zu lernen, von der sie nie gedacht hätte, sie jemals zu treffen“, erklärt sie. Außer auf das Essen im Bundeskanzleramt sei ihnen auch die gemeinsame heilige Messe vor Ort wichtig, ebenso wie die Sternsinger aus den anderen Diözesen zu treffen. Eben ein Traum, der endlich wahr wird.

 „Segen bringen Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und anderswo“

Wenn in diesen Tagen wieder Tausende Kinder und Jugendliche als Sternsinger durch die Gemeinden des Ruhrbistums ziehen, um mit ihren Liedern den Weihnachtssegen in die Häuser zu tragen, alles Gute für das neue Jahr zu wünschen und um Spenden für ihre Altersgenossen in aller Welt zu bitten, dreht es sich inhaltlich um den Klimawandel: „Segen bringen Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und anderswo“ heißt das Motto der 59. Aktion Dreikönigssingen. Am Beispiel des ostafrikanischen Landes machen die Sternsinger darauf aufmerksam, wie sehr der Klimawandel das Leben von Menschen in aller Welt bedroht – und wie gerade Menschen in den Industrieländern durch ihren sorglosen Umgang mit den natürlichen Ressourcen die Zukunft von Kindern gefährden.

Im vorigen Januar waren 132 Sternsinger-Gruppen insgesamt in den 42 Pfarreien Bistums unterwegs – gut 1,3 Millionen Euro an Spenden steuerten die Jungen und Mädchen zu den deutschlandweit rund 46,2 Millionen Euro bei, die bei der  Sternsingeraktion 2016 zusammenkamen.

 

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