„Preis gegen Fremdenfeindlichkeit” an Caritas Essen

Kneipentour für Toleranz: Das Schauspielerduo Zuvielcourage spielt eine Szene aus dem Alltag. Herr Schröder hetzt und Frau Mutig hält dagegen. (Foto: Achim Pohl/Caritas)

Das Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ des Essener Diözesancaritasverbands erhält den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Der mit 4000 Euro dotierte Preis wird am 20. Juni in Berlin verliehen, teilte die DBK am Dienstag in Bonn mit.

Zweite Preise zu jeweils 3000 Euro gehen an die Initiative „bleib.mensch” aus Grevesmühlen und den Helferkreis für Asylbewerber in Salzweg. Mit einem „Sonderpreis Schule” wird das Projekt „K21mondial” an den katholischen Schulen in Hamburg ausgezeichnet. Dieser ist mit 1000 Euro dotiert. Das Projekt „Sach wat!” erarbeite auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds innovative Strategien gegen fremdenfeindliche Ressentiments und für ein besseres gesellschaftliches Miteinander, hieß es in der Begründung.

„Wie wichtig diese Initiativen sind, zeigt, dass die Caritas in ihren sozialen Medien vermehrt Angriffen ausgesetzt war. Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren, werden zunehmend beleidigt und bedroht.“

Die von Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbands Essen initiierte Kampagne habe sich den Kampf gegen fremdenfeindliche Parolen zur Aufgabe gemacht. Dazu gehörten regelmäßige Argumentationstrainings für Haupt- und Ehrenamtliche. Auf mehreren Kneipentouren stelle ein Schauspieler-Duo in Ruhrgebietskneipen Stammtischgespräche nach und entwickelt mit den Gästen Gegenstrategien. Workshops gegen Hass und Hetze im Internet und die Initiative „Flüchtlinge mitnehmen”, die Asylsuchenden im Ruhrgebiet zu mehr Mobilität verhilft, ist ebenfalls Teil des Projekts. Der Essener Generalvikar und Vorsitzende der Caritas im Bistum Essen, Klaus Pfeffer, freute sich die Auszeichnung: „Wie wichtig diese Initiativen sind, zeigt, dass die Caritas in ihren sozialen Medien vermehrt Angriffen ausgesetzt war. Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren, werden zunehmend beleidigt und bedroht. Mit dem Projekt Sach wat! wollten wir diesen und anderen Menschen Mut machen, sich für Menschlichkeit und Toleranz einzusetzen.“

„Überall in unserem Land gibt es zahlreiche Katholiken, die sich aus ihrem Glauben heraus für ein respektvolles Miteinander und gegen menschenfeindliche Parolen einsetzen”, sagte der Jury-Vorsitzende, Hamburgs Erzbischof Stefan Heße. Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wolle dieses Engagement sichtbar machen und würdigen. An der Arbeit der Initiativen werde deutlich, dass Christen die Würde jedes Mitmenschen verteidigten, „unabhängig von Herkunft und Religion”, so Heße.

Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung

Die Bischofskonferenz hatte 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ausgelobt. Damit werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis solle dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

rwm/kna

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