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BIB Essen zieht positive Bilanz

Die Bank im Bistum Essen (BIB) hat auf ihrer Generalversammlung am Donnerstag eine positive Bilanz des Geschäftsjahrs 2016 gezogen. Trotz steigender Eigenkapitalanforderungen und hoher Bankenabgabe habe die kirchliche Genossenschaftsbank an die robuste Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Vorjahre anknüpfen können. Das Geschäftsjahr sei „insgesamt erfolgreich“ verlaufen, heißt es im Jahresbericht. Die Bilanzsumme erhöhte sich nach den Angaben um 2,1 Prozent auf 4,73 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen stieg 2016 um 131 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro. Neue Kredite wurden in Höhe von 591 Millionen Euro vergeben.

Generalversammlung der Bank im Bistum am Donnerstag iin der Philharmonie Essen. Foto: Judith Lorenz/rwm

Entgegen dem Branchentrend steigerte die Bank nach eigenen Angaben ihren Zinsüberschuss um 12,6 Prozent auf 52,2 Millionen Euro. Dies habe zur Erhöhung des Geschäftsergebnisses um 11 Prozent auf 57,7 Millionen Euro beigetragen. Nach Abzug von Personalaufwand, anderen Verwaltungsaufwendungen, Abschreibungen und Risikovorsorge belaufe sich das Vorsteuerergebnis auf 44,3 Millionen Euro (2015: 48,4 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis nach Steuern betrug 28,1 Millionen Euro, was einem Minus von 9,65 Millionen Euro oder rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Vom Betriebsergebnis seien 18 Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken und 6 Millionen Euro in die Rücklagen geflossen. Die Generalversammlung beschloss angesichts von Negativ- und Niedrigzinsen eine Dividende von 3 Prozent (Vorjahr: 4 Prozent).

Vorstandssprecher Heinz-Peter Heidrich kritisierte im Interview mit dem Neuen Ruhr-Wort eine hochgradige Regulierung. So könnten Banken nicht mehr darüber entscheiden, in welchem Umfang sie kurzfristige Kundeneinlagen in langfristige Kredite transferieren. Negativ betroffen seien besonders kleine Banken, die aus gesamtwirtschaftlicher Sicht nie ein Risiko für dieses Land gewesen seien. „Für die großen Banken, die die Probleme verursacht haben, zahlen wir in diesem Jahr 1,6 Millionen Euro Bankenabgabe aus versteuertem Gewinn.“ Und das, obwohl die BIB dem Einlagensicherungsfonds und der Institutssicherung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken angehöre.

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„Nach meiner Überzeugung sind wir sehr gut aufgestellt und haben auch in den letzten Jahren eine sehr stabile und gute Entwicklung bei den Erträgen. Die großen Themen – das übergeordnete Thema der Nachhaltigkeit lassen wir einmal außen vor –, die alle Banken bewegen, sind Niedrigzinsen, Digitalisierung und Regulierung. Damit müssen wir uns beschäftigen“, sagte der Vorstandssprecher weiter.

Die 1966 gegründete und genossenschaftlich organisierte BIB fühlt sich dem Prinzip des Fair Banking verpflichtet. „Wie jede Bank müssen wir selbstverständlich unser Eigenkapital stärken, um die Existenz unserer Bank zu sichern. Dazu sind Gewinne wichtig. Aber darüber hinaus haben wir auch noch wichtigere Inhalte. Und die sind nun einmal vom Auftrag der Kirche in der Welt geprägt. Wir versuchen das mit unserem Claim „Fairbanking“ zu beschreiben, und meinen damit, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung auf diesem Planeten zu leisten, so wie es auch jetzt Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato Si“ beschrieben hat“, sagte Heidrich.

Zu den Mitgliedern der Genossenschaftsbank zählen Geschäftskunden wie Krankenhäuser, Stiftungen, kirchliche Wohnungsbauunternehmen oder gemeinnützige Einrichtungen. Die Bank verzeichnet rund 15.300 Kunden, etwa 4.000 Mitglieder und rund 120 Mitarbeiter.

rwm

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