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„Einvernehmlich gegen WDR-Übertragung von Meisner-Trauerfeier“

Pater Reichlich. Foto: WDR

Der katholische Rundfunkbeauftragte beim WDR, Pater Philipp Reichling, hat die Entscheidung gegen eine Live-Übertragung im öffentlich rechtlichen Fernsehen der Trauerfeiern für Kardinal Joachim Meisner am Samstag näher erläutert. „Wir haben einvernehmlich mit dem Sender und dem Erzbischöflichen Haus entschieden, keine offizielle Anfrage zur Übertragung an den WDR zu stellen“, sagte er auf Anfrage am Mittwoch in Köln. „Interessierte können die Feierlichkeiten live ab 9.15 Uhr über das Kölner domradio oder den katholischen Fernsehsender EWTN verfolgen, der die Bilder vom domradio übernehmen wird.“ Der WDR werde in seinen aktuellen Sendungen über den Abschied von Kölns Alterzbischof berichten. Ebenso intensiv sei der Sender nach dem Tod Meisners am vergangenen Mittwoch bereits auf das Ereignis eingegangen.

Seiner Linie als Rundfunkbeauftragtem entspreche es eher, live über kirchliche Ereignisse zu berichten, wenn es um die zukünftige Ausrichtung der Kirche geht, ergänzte Reichling. So habe der WDR etwa die Amtseinführung von Kölns Erzbischof Rainer Maria Woelki im September 2014 übertragen und zuletzt die des Aachener Bischofs Helmut Dieser im November 2016. Bei künftigen Verabschiedungen oder Trauerfeiern werde es sicherlich auch eine aktuelle Berichterstattung geben, aber keine Liveübertragung, so der Prämonstratenserpater. Dass es von den Trauerfeiern für Meisners Vorgänger, Kardinal Joseph Höffner, im Oktober 1987 stundenlange Sondersendungen gegeben hatte, führt Reichling auch auf Höffners Amt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zurück. Zudem sei dieser auch erst sehr kurz vor seinem Tod als Kölner Erzbischof emeritiert worden.

Weiter verwies Reichling darauf, dass das WDR Fernsehen den feierlichen Gottesdienst zum 25. Jahrestag von Meisners Amtsantritt als Erzbischof von Köln übertragen hat. Auch zu Meisners 75. Geburtstag im Dezember 2008 sei eine ausführliche Reportage ausgestrahlt worden. Der Sprecher des Erzbistums Köln, Christoph Heckeley, erklärte, man habe alle Aspekte abgewogen und sich einvernehmlich gegen eine Übertragung durch den WDR entschieden. Wegen des erhöhten technischen Aufwands wäre diese „mit deutlichen Einschränkungen für die Gemeinde im Dom verbunden gewesen“. Dagegen verfüge das domradio über fest installierte Kameras für seine regelmäßigen Übertragungen aus dem Dom. EWTN wird das Signal vom domradio live übernehmen, der WDR werde ebenfalls dieses Material für seine Berichterstattung nutzen.

kna

14 Kommentare zu "„Einvernehmlich gegen WDR-Übertragung von Meisner-Trauerfeier“"

  1. Barbara Haid | 15. Juli 2017 um 22:00 |

    dem WDR und öffentlichen Sendern wird GEZ bezahlt!!! Also erwarte ich auch die öffentliche Übertragung von Ereignissen wie es der Tod einer solch großen Persönlichkeit darstellt. Unabhängig davon werde ich finanziell EWTN in Zukunft mehr unterstützen. Schade, dass dieser Art der Selection schieflastig macht.

  2. Martina Bartel | 15. Juli 2017 um 21:58 |

    „Der Nachfolger auf dem Kölner Bischofsstuhl, Kardinal Rainer Maria Woelki, und der zuständige Fernsehsender WDR kamen überein, darauf zu verzichten.“
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mit-kardinal-meisner-wird-eine-epoche-beerdigt

  3. Thomas Müller | 15. Juli 2017 um 21:39 |

    Ich bin ebenfalls erstaunt und enttäuscht, dass in diesem Fall keine live-Übertragung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erfolgt ist. Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, werden wir regelmäßig mit stundenlangen Sportübertragungen (und zwar nicht nur Fußball, sondern auch weniger populäre Sportarten) „beglückt“. Jeder, der zufällig mal im Dschungelcamp war, bekommt wie selbstverständlich ein Forum in den Medien. Kurz gesagt: Es wird über alles Mögliche und Unmögliche live berichtet, ohne dass jemals der tiefere Sinn hinterfragt wird. – Dann stirbt ein Mann wie Kardinal Meisner, der – gleichgültig wie der einzelne zu seinen Ansichten stehen mag – zweifelsohne als bedeutende Person der Zeitgeschichte bezeichnet werden kann, und niemand hält es für nötig, dies in den öffentlich-rechtlichen Medien angemessen zu würdigen. Sollte es wirklich zutreffen, dass die Repräsentanten des Erzbistums Köln selbst keine solche Übertragung wünschten, macht mich das umso fassungsloser. Der live-Stream im domradio ist aus meiner Sicht kein adäquater Ersatz, zumal viele (zumeist ältere) Menschen gar keinen Internet-Zugang haben und damit heute in die sprichwörtliche Röhre gucken mussten. Insgesamt – ich habe den live-Stream verfolgt – war es ein sehr würdiges, bewegendes Begräbnis. Gleichwohl muss man leider in Richtung öffentlich-rechtliches Fernsehen sagen: Chance vertan!

  4. Hartmut Neuhaus | 15. Juli 2017 um 14:41 |

    So vertritt man heutzutage halt als „Rundfunkbeauftragter der kath. Kirche“ die Interessen der Katholiken … Hauptsache lächeln und nett sein … das reicht doch schon … und natürlich Einvernehmen erzeugen … man, man, man …

  5. Iske Margarete | 15. Juli 2017 um 11:52 |

    Ich bin einfach nur enttäuscht !!!
    über unsere Öffentlich rechtlichen ARD,ZDF & „WDR“!!!

  6. Herbert Lehnen | 15. Juli 2017 um 11:16 |

    Es ist ein Armutszeugnis ein solches Ereignis nicht Mindestens im WDR 3 zu übertragen. Alle die es nicht interessiert, können den Fernseher ja aus lassen. Hier zeigt sich wieder einmal die Ohnmacht des Beitragszahlers vor den Interessen gewisser Entscheider. Wo bleibt da das Informationsrecht bzw. die Möglichkeit , wenn schon nicht Persönlich, so doch per TV sich an dieser Verabschiedung zu beteiligen.

  7. Bernharda Brunner | 15. Juli 2017 um 9:55 |

    Sie sollten sich im Sinne des Wortes schämen und zwar dafür,dass Sie eine Live-Übertragung verhindern!
    Das ist gezielt geplant worden,um der allgemeinen Üffentlichkeit eine letzte Würdigung des Kardinals
    vorzuenthalten.Als Katholik wundere ich mich zutiefst darüber,dass Herr Kardinal Woelki das zuläßt!
    Was Herrn Pater Reichling anbelangt,so lächelt er zwar im obigen Bild sehr verbindlich,aber häufig sind das „die Wölfe
    im Schafspelz!“

  8. Schwester Magdalena Gabriele Kühnemann | 15. Juli 2017 um 9:12 |

    Es ist nicht in Ordnung und sehr bedauerlich, dass es keine Live-Übertragung der Trauerfeier gibt. Ja, es ist ein Armutszeugnis….!

  9. Ich finds gut, dass es mal nicht übertragen wird.

  10. Peter Faithfull | 14. Juli 2017 um 22:36 |

    Den Kardinal nicht mit einer Live-Übertragung der Trauerfeier im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu ehren, ist erbärmlich und ein Armutszeugnis.

  11. Lenchen Wachtel | 14. Juli 2017 um 15:21 |

    Die Begründungen von Pater Reichlich und vom Pressesprecher des Bistum machen sprachlos und sind erbärmlich. Ein Armutszeugnis des Bistums! Wieviel Geschichtsvergessenheit, kleingeistiger Relativierung und Arroganz, ein Leben in der gesellschaftlichen und kirchlichen Öffentlichkeit als „abgehakt“ und nicht mehr relevant für die Zukunft zu betrachten. Wissen Sie nicht, dass niemand so lebendig ist, wie verstorbene Heilige oder Menschen, die heiligmäßig gelebt haben?

  12. Hartmut Fischer | 14. Juli 2017 um 10:55 |

    Ganz schwach. Da wird eindeutig nachgekartet und Meisner marginalisiert. Er ist als einer der Dubia-Kardinäle offenbar nicht PC genug. Das ausgerechnet die Kirchen-Funktionäre jetzt entscheiden ist kränkend für alle Katholiken. Es kann nicht seine, dass es hier um „meine Linie“ geht.

  13. Sabine Zimmermann | 14. Juli 2017 um 10:08 |

    Auch für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass es bei den beiden Öffentlich-Rechtlichen Sendern in Köln anscheinend keinen gibt, der die Bedeutung einer Live-Übertragung erkennt und umsetzt. Es gibt sehr wohl ein öffentliches Interesse, und viele Menschen, die im Dom zu Köln nicht persönlich dabeisein können, würden gerne über das Fernsehen am Abschied teilnehmen.
    Die kirchlich und kulturell interessierten Gebührenzahler sind vielleicht zu wenig hörbar oder schon zu wenige, als dass man dieser Zuschauergruppe relevante Live-Übertragungen anbietet.

  14. Lieselotte Kuhl | 13. Juli 2017 um 23:41 |

    Ich habe einfach kein Verständnis dafür, dass die Trauerfeierlichkeiten nicht im Fernsehen übertragen werden. Jede Sportsendung wird übertragen, mir Verlängerungen, ohne zu fragen, ob uns das interessiert. Ich glaube, dass 50% der Menschen sich nicht für Sportsendungen interessieren. Kardinal ist nicht ein einfach verstorbener Mensch. Er ist eine Persönlichkeit.

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