Wegener leitet Domschatzkammer

Andrea Wegener Foto: Achim Pohl | Bistum Essen

Andrea Wegener Foto: Achim Pohl | Bistum Essen


Andrea Wegener (38), bisher kommissarische Leiterin der Essener Domschatzkammer, übernimmt ab Mitte September offiziell die Verantwortung für das Haus, wie das Bistum Essen am Donnerstag bekanntgab. Wegener leitet zugleich weiterhin die Schatzkammer an der Sankt-Ludgerus-Basilika in Essen-Werden.

„Wichtig ist mir, dass wir auch in Zukunft mit unseren Ausstellungen und Führungen immer am Puls der Zeit bleiben und die mittelalterliche Geschichte von Essen und dem Ruhrgebiet immer wieder neu erzählen. Die erfolgreiche Playmobil-Ausstellung war da ein guter Anfang“, sagte Wegener. „Der historische Blick über die Industriegeschichte hinaus tut Essen gut, und bei dieser Identitätsstiftung sind wir mit den Schatzkammern in Werden und am Dom gern weiter mit dabei.“ Außerdem kündigte Wegener zum 70-jährigen Bestehen des Münsterbauvereins im November eine Foto-Ausstellung an, „die Bilder der Kriegszerstörungen am Dom mit aktuellen Aufnahmen gegenüberstellt“.

Die Kunsthistorikerin tritt die Nachfolge von Vera Henkelmann an, die auf Nachfrage dieser Zeitung keine Auskunft über ihre künftigen Projekte geben wollte. Die 44-Jährige hatte erst im vorigen Herbst Birgitta Falk (55) abgelöst, die nach Aachen als Leiterin der dortigen Domschatzkammer gewechselt war. Wegener absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing und studierte dann Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität in Düsseldorf.

Nach ihrem Master-Abschluss wurde sie 2008 zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Essener Domschatzkammer und der Schatzkammer Sankt Ludgerus in Werden. Seit 2010 hatte sie dort die Geschäftsführung inne. Seit 2013 war Wegener stellvertretende Leiterin der Domschatzkammer Essen. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkt sind Mittelalterliche Schatzkunst und Barocke Kirchenausstattung.

Der Essener Domschatz ist einzigartig unter den Kirchenschätzen Deutschlands, da er über all die Jahrhunderte nahezu vollständig geblieben ist und über zahlreiche ottonische und damit 1.000 Jahre alte Kunstwerke verfügt. Unter den Ausstellungsstücken befindet sich etwa die Goldene Madonna, die den Angaben zufolge älteste vollplastische Marienfigur der Welt.

rwm
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