„Euer Segen soll uns Ansporn sein“

(Foto: © Ralf Adloff/Kindermissionswerk)

Er gehört zu den beliebteren Terminen der Kanzlerin: Alle Jahre wieder sind die Sternsinger im Kanzleramt zu Gast und überreichen ihre Segenswünsche.

Die Sternsinger Christin (17), Alexander (15), Felix (14) und Paulina (15) sowie Begleiterin Sophie Makowka aus der Gemeinde St. Josef in Gladbeck-Alt-Rentfort vertraten das Bistum Essen am Montag beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zum Gruppenfoto mit der Kanzlerin stellten sie sich gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘, und Pfr. Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), im Bundeskanzleramt auf.

„Euer Segen soll uns Ansporn sein“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Besuch der mehr als 100 Sternsinger am Montag im Kanzleramt. Dabei habe sie auch die Gespräche für eine neue Regierung im Blick. Für diesen jährlichen Pflichttermin verließ Merkel offenbar gerne die laufenden Sondierungen mit der SPD in der CDU-Zentrale.

Beispielland Indien

„Ich freue mich immer, wenn ich königlichen Besuch bekomme“, sagte sie zu den Mädchen und Jungen, die als Heilige drei Könige verkleidet aus allen Teilen Deutschlands angereist waren. Nach und nach begrüßte sie die Sternsinger aus den einzelnen Diözesen per Handschlag, freundlich lächelnd für die Fotografen und stimmte beim Gloria mit ein. Die Aktion Dreikönigssingen findet in diesem Jahr zum 60. Mal statt und steht unter dem Jahresmotto Das Leitwort heißt „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ Beispielland ist Indien.

Merkel lobte den Einsatz der Mädchen und Jungen. Kinderarbeit sei zwar geächtet. Weltweit gebe es aber immer noch 152 Millionen Kinder, die arbeiten müssten. Dies sei eine „erschreckend hohe Zahl“. Dabei handele es sich um sehr schwere und gefährliche Arbeit. In Südindien müssten Kinder etwa in Steinbrüchen schuften, so die Kanzlerin. Es sei wichtig, dass die Sternsinger auf diesen Missstand hinwiesen. Dies hatte der zehnjährige Matthias aus der Salvator-Gemeinde in Berlin-Lichtenrade zuvor anschaulich erzählt.

Der Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Klaus Krämer, hatte die Kanzlerin gebeten, das Anliegen der Mädchen und Jungen „mit in die Gespräche hineinzunehmen“. Diese sollten „unter einem guten Stern stattfinden“. Bereits am Samstag hatte eine Gruppe aus dem Bistum Eichstätt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender Segenswünsche im Schloss Bellevue überbracht. Hier wie dort schrieben sie die Segensformel „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“) in der Kurzform samt Jahreszahl „20+C+M+B+18“ mit Kreide an die Tür. Im Kanzleramt musste eine Betonwand für die Segensformel herhalten.

Die jährlich um den Dreikönigstag am 6. Januar stattfindende Sternsingeraktion ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Veranstaltet wird sie vom Kindermissionswerk und dem BDKJ. Bei der 59. Aktion hatten die Sternsinger im vergangenen Jahr bundesweit etwa 46,8 Millionen Euro gesammelt. Insgesamt wurden seit Bestehen der Aktion rund 1,04 Milliarden Euro gesammelt für rund 71.700 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Dachverband vieler katholischer Jugendorganisationen. Merkel versprach den Jungen und Mädchen, sich weiter dafür einzusetzen, dass die Zahl der arbeitenden Kinder kleiner werde. Zugleich wünschte sie ihnen viel Erfolg, wenn sie in den kommenden Tagen weiter durch die Straßen ziehen. „Ich hoffe, dass die Menschen ihr Herz für euer Anliegen öffnen“, so die Kanzlerin.

kna/rwm

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