Erzbistum Paderborn erlaubt Kommunion in Wort-Gottes-Feiern ohne Priester

(Foto: Pixabay)

Um den Gläubigen einen häufigeren Gottesdienstbesuch in ihrer Kirche am Ort zu ermöglichen, hat das Erzbistum Paderborn die Möglichkeit geschaffen, in Wort-Gottes-Feiern sonntags die Kommunion auszuteilen. Die sinkende Zahl der Priester führte vor allem in ländlichen Teilen des Erzbistums dazu, dass nicht mehr in jeder Gemeinde an jedem Sonntag eine heilige Messe gefeiert werden kann, teilte das Bistum am Dienstag mit. „Wenn sich die Gläubigen sonntags nur noch ein- oder zweimal im Monat in ihrer Gemeinde zum Gottesdienst versammeln können und sich an den anderen Sonntagen auf Nachbargemeinden verteilen müssen, steht zu befürchten, dass die kleineren Gemeinden nicht am Leben bleiben werden“, sagte Stephan Lange von der Hauptabteilung Pastorale Dienste, der das Modellprojekt von Seiten des Erzbischöflichen Generalvikariates begleitet hat. „Die Neuregelung ist daher als ein Beitrag zum Erhalt und zur Verlebendigung der kleineren Gemeinden gedacht.“

Die neue Regelung  wurde ein Jahr lang im Pastoralen Raum Warburg erprobt. Charakteristisch für das Warburger Modell ist demnach, dass ein Kommunionhelfer die geweihten Hostien aus einer zeitgleich gefeierten Messfeier in die Wort-Gottes-Feier bringt. „Wir verlängern, bildlich gesprochen, die Kommunionbank von der Kirche, in der Eucharistie gefeiert wird, in die Kirche, in der die Wortgottesfeier begangen wird“, erklärte Pfarrer Gerhard Pieper, Leiter des Pastoralen Raums Warburg. Dies ist nun auch an anderen Orten des Erzbistums möglich, wie es hieß. Die Entscheidung über die Einführung von Wort-Gottes-Feiern an Sonn- und Feiertagen trifft der Pfarrer in Absprache mit seinem Team und den Gremien, so das Erzbistum weiter. Ein Antrag an das Erzbistum sei nicht mehr nötig; doch sollen der Erzbischof und der zuständige Dechant informiert werden.

Um das Sakrament der Kommunion empfangen zu können, muss ein Priester in der Eucharistiefeier Brot und Wein in Leib und Blut Jesu wandeln. Dadurch soll die innige Verbindung zu Jesus Christus ermöglicht werden. Nach einer Änderung der Diözesangesetze, die bereits seit vorigen Dezember gilt, dürfen jetzt auch ausgebildete Laien im Rahmen von Wortgottesfeiern die heilige Kommunion verteilen. Dazu muss kein Priester anwesend sein. Allerdings muss die Kommunion kurz zuvor von einem Priester in einer Eucharistiefeier gesegnet werden. In Warburg findet am 18. März der Studientag „Den Sonntag heiligen“ statt. Er beginnt um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Elisabeth Rimbeck mit einer Wort-Gottes-Feier nach der Warburger Form. Im Anschluss kann das Thema mit ausgebildeten Leiterinnen und Leitern von Wort-Gottes-Feiern diskutiert werden.

Qualifizierungskurse im Bistum Essen

Wort-Gottes-Feiern sollen das Leben der Gemeinden bereichern. Das Zweite Vatikanische Konzil hat empfohlen, „eigene Wortgottesdienste an den Vorabenden der höheren Feste, an Wochentagen im Advent oder in der Quadragesima (österliche Bußzeit) sowie an den Sonn- und Feiertagen“ zu feiern. Dort, wo kein Priester zur Verfügung steht, soll sie „ein Diakon oder ein anderer Beauftragter des Bischofs“ leiten. (Liturgiekonstitution Nr. 35) Solche vom Hören auf das Wort Gottes und vom gemeinsamen Gebet geprägte gottesdienstliche Versammlungen sind aber auch an Werktagen zu fördern, vor allem in Kirchen, in denen nur selten eine Werktagsmesse gefeiert werden kann.

Das Bistum Essen bietet zwar schon länger Qualifizierungskurse für Wort-Gottes-Feiern an. Allerdings wird hier keine Kommunion ausgeteilt, weil es nach Ansicht der Bistumsleitung für die Gläubigen in den Großstädten leicht sei, in eine Nachbargemeinde zu gehen, wenn vor Ort keine Eucharistiefeier angeboten wird. Der Verzicht auf so eine Variante sei Wunsch des Bischofs, sagte ein Bistumssprecher.

In dem Qualifizierungskurse des Bistums Essen können Ehrenamtliche teilnehmen, die getauft und gefirmt sind und das Mindestalter von 25 Jahren erreicht haben. Erfahrungen im Bereich der Liturgie, ein Leben aus dem Glauben und Teamfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für diesen Dienst. Zum Qualifizierungskurs werden jene Personen eingeladen, die nach der Beratung im Pastoralteam und im Rahmen eines Beschlusses des Pfarrgemeinderates als geeignet empfohlen werden. Die Anmeldung zum Qualifizierungskurs erfolgt durch die Pfarrei. Die erfolgreiche Teilnahme am Kurs wird zertifiziert.

kna/rwm

Ihnen gefallen unsere Themen? Sie können unsere Wochenzeitung hier ganz bequem abonnieren

Neues Ruhr-Wort

Kostenfrei
Ansehen