Flut in Bolivien: Soforthilfe von Adveniat

(Foto: Adveniat)

Mit einer Soforthilfe von 15.000 Euro unterstützt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat nach eigenen Angaben die Opfer der Überschwemmungen in Bolivien. „Abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit hat die Naturkatastrophe in Bolivien bereits 16 Todesopfer gefordert. Mehr als 10.000 Familien sind obdachlos, ihre Häuser wurden von den Wassermassen fortgerissen oder stehen unter Wasser“, berichtet Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.

Sieben der insgesamt neun Departments‘ Boliviens sind von den außergewöhnlich starken Regefällen betroffen, die bereits seit Ende November andauern. 15.000 Euro hat Adveniat auf Bitten der Bolivianischen Bischofskonferenz nun bereitgestellt, damit die Betroffenen mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und dem Nötigsten an Kleidung und Decken versorgt werden: „Denn unsere Projektpartner vor Ort berichten, dass ein Ende der Fluten nicht abzusehen ist“, so Adveniat-Chef Heinz. „Die Kirche vor Ort mit ihrer Pfarreistruktur, die bis in die kleinsten Dörfer reicht, garantiert, dass die Hilfe auch die Menschen erreicht, die sie am dringendsten benötigen.“

Wirbelstürme, extreme Dürren oder Überschwemmungen – Wetterextreme nehmen in Lateinamerika und der Karibik infolge des von den Industriestaaten verursachten Klimawandels zu. „Umso wichtiger ist es, dass wir als Lateinamerika-Hilfswerk langfristig und verlässlich den Menschen auch unabhängig von der öffentlichen Aufmerksamkeit helfen“, ist Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Heinz überzeugt.

Die katholische Kirche in Bolivien öffnet Pfarrheime und Schulen für die Opfer der jüngsten Überschwemmungskatastrophe. „Wie schön wäre es, wenn dieses Karneval ein Karneval der Solidarität wäre“, zitierte die Tageszeitung „Pagina Siete“ am Mittwoch (Ortszeit) Erzbischof Jesus Juarez Parraga von Sucre, der seine Landsleute zu Spenden aufrief. In den vergangenen Wochen waren mehrere zehntausend Menschen in Bolivien wegen der heftigen Regenfälle zum Verlassen ihrer Wohnungen gezwungen worden. Flüsse traten über die Ufer und zerstörten dabei zahlreiche Häuser. Der Zivilschutz bezifferte die Zahl der Hilfesuchenden auf etwa 50.000 Menschen.

Unterdessen erklärte Boliviens Staatspräsident Evo Morales am Mittwoch den Ausnahmezustand. Damit solle eine bessere Versorgung der von den Überschwemmungen betroffenen Familien ermöglicht werden, so Morales in La Paz. In den vergangenen drei Monaten seit Beginn der Regenzeit zählten die Behörden bereits mindestens 14 Tote.

rwm/kna

Ihnen gefallen unsere Themen? Sie können unsere Wochenzeitung hier ganz bequem abonnieren

Neues Ruhr-Wort

Kostenfrei
Ansehen