Bochumer Theologe: Unzureichende Kontrolle bei Kirchenfinanzen

Nach dem Finanzskandal im Bistum Eichstätt kritisiert der Bochumer Sozialethiker Joachim Wiemeyer „gravierende institutionelle Defizite in der kirchlichen Finanzverwaltung“. In Eichstätt habe sich ein für die Kirche typischer Fehler ausgewirkt: zu großes Vertrauen in Personen und Mangel an einer unabhängigen Kontrolle, sagte der Theologe am Donnerstag im Interview. Zudem kritisierte er, dass kein fachkundiger Laie als Finanzdirektor eingesetzt worden war, sondern ein nur theologisch ausgewiesener Kleriker. Gegen eine solche Stellenbesetzung habe sich bereits die Bischofssynode von 1971 ausgesprochen.

(Foto: RUB)

Der Geistliche zählt nicht zu den Beschuldigten. Aber ein ihm früher unterstellter und inzwischen entlassener Mitarbeiter sowie ein Kompagnon sitzen in U-Haft. Ihnen wird vorgeworfen, durch ungesicherte Kredite auf dem US-Immobilienmarkt einen Schaden von umgerechnet bis zu 48,2 Millionen Euro verursacht zu haben. Laut Wiemeyer haben die Bistümer unterschiedliche Fortschritte dabei erzielt, in ihrem Finanzwesen Professionalität und Transparenz zu erreichen. So hätten Köln und Freiburg sehr ausführliche Berichte vorgelegt. „Es gibt aber immer noch kein einheitliches Berichtswesen für alle deutschen Bistümer“, sagte der Theologe und Volkswirt. Während Bundesländer ihre Finanzkraft in einer gemeinsamen Statistik darstellten, gebe die Kirche ihre internen Zahlen nicht heraus.

Wiemeyer äußerte sich skeptisch zur Praxis vieler Bistümer, Finanzberichte nach den Standards des Handelsgesetzbuches (HGB) vorzulegen. Denn dies erfordere eine volle Kapitaldeckung für die Pensionslasten. „Das führt dazu, dass die Bistümer Millionen an Rücklagen bilden müssen, der gegenwärtigen Niedrigzinsentwicklung am Kapitalmarkt hinterhersparen und mit dem Geld am Finanzmarkt spekulieren.“ In Eichstätt sei das „gründlich schief gelaufen“. Und die Schulden des Erzbistums Hamburg stellten nur aufgrund der Pensionslasten ein rechnerisches Defizit dar. Die Erzdiözese hat wegen 79 Millionen Euro Schulden angekündigt, bis zu acht ihrer 21 Schulen zu schließen.

Mit Blick auf die Alterssicherung plädierte Wiemeyer für das Umlageverfahren nach dem Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung, bei dem die junge Generation die Bezüge der alten Menschen finanziert. Natürlich müssten die Diözesen wegen der demografischen Entwicklung und konjunktureller Schwankungen vorsorgen. „Aber es kann nicht sein, dass sie ein Vielfaches und teils das Zehnfache ihres Jahreshaushaltes zurücklegen und auf den Kapitalmärkten investieren“, so der Theologe. „Statt das Geld anzuhäufen“, sollten die Bistümer es lieber für Schulen oder Kitas in benachteiligten Stadtteilen ausgeben.

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