Katholische Unternehmer kritisieren Umgang der Kirche mit Geld

Der Präsident des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Ulrich Hemel, fordert eine unabhängigere Kontrolle der Kirchenfinanzen: „Das System der Finanzverwaltung der Bistümer muss auf den Prüfstand“, sagte Hemel der Wochenzeitung Die Zeit (Donnerstag). Die Strukturen des 19. und 20. Jahrhunderts genügten nicht mehr. „Wenn das System sich nicht ändert, gilt leider: Sie können die Uhr danach stellen, der nächste Skandal kommt.“

Ulrich Hemel (Foto: BKU)

Hemel kritisierte unter anderem das Bistum Eichstätt. Dort war vor kurzem bekanntgeworden, dass ein früherer Mitarbeiter mit einem Kompagnon durch ungesicherte Kredite auf dem US-Immobilienmarkt einen Schaden von bis zu 60 Millionen US-Dollar (48,2 Millionen Euro) verursacht haben soll. „Leider haben Kontrolle und Steuerung im Bistum versagt“, so Hemel. In Eichstätt gehe es, wie schon beim Bischofshaus in Limburg, weniger um persönliches als vielmehr um systemisches Versagen. Für viele Bischöfe sei die finanzielle Verwaltung eine Last: „Wer sagt, dass Finanzverwaltung eine bischöfliche Aufgabe sein muss?“

Aber nicht einzelne Bistümer seien das Problem, sondern mangelnde Finanzkompetenz der Kirche, so der BKU-Präsident weiter. Die Kirche brauche unabhängige wirtschaftliche Beratung und einen offeneren Umgang mit Fehlern. Fachkompetenz und Unabhängigkeit könnten unbequem sein: „Darum fällt es Bistümern so schwer, einen Finanzbeirat zu bilden, der sich nicht durch größte Nähe zum bischöflichen Stuhl auszeichnet.“ Die Kirche dürfe „sich nicht länger an Idealen der Vollkommenheit orientieren, die kein Mensch erfüllen kann“. Fehler gehörten zum Risiko des Wirtschaftens und zum Leben überhaupt. Er wünsche sich eine Kirche, die sagt: „Jeder macht Fehler. Er möge daraus lernen.“

kna

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