Jung neuer Würzburger Bischof – Freude auf „wunderbare Stadt“

(Foto: Pressestelle Bistum Speyer)

Der Generalvikar der Diözese Speyer, Franz Jung, wird neuer katholischer Bischof von Würzburg. Das gaben der Vatikan sowie die Bistümer Speyer und Würzburg am Freitagmittag zeitgleich bekannt. Der 51-Jährige folgt Bischof Friedhelm Hofmann nach. Der Rheinländer hatte 13 Jahre lang das Bistum geleitet. Der Bischofsstuhl war seit September vakant. Das Bistum zählt rund 750.000 Katholiken. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Jung. Nicht nur als umsichtiger Generalvikar habe sich Jung einen Namen gemacht. Jung sei ein erfahrener Mann der Verwaltung, aber auch der Seelsorge. Jung bezeichnete im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) Würzburg als „ganz wunderbare Stadt mit reicher Kultur und Tradition“. Nachdem er von seiner möglichen Ernennung zum Bischof erfahren habe, habe er sich einen Tag Bedenkzeit erbeten, berichtete er. Er habe für sich klären wollen, ob er für das Amt gerüstet und ob es eine gute Entscheidung sei. Der emeritierte Bischof Hofmann bezeichnete seinen Nachfolger in der Zeitung „Die Tagespost“ als „richtigen Mann“, der den Menschen zugewandt sei. Die größte Baustelle bestehe in der „Pastoral der Zukunft“ und der Umstrukturierung der Gemeinden.

Der gebürtige Mannheimer Jung wuchs mit drei Geschwistern in einer Lehrerfamilie in Ludwigshafen auf. Als Priesteramtskandidat studierte er in München und Rom Philosophie und Theologie. 1992 empfing er durch den damaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus in Rom die Priesterweihe. Ab 1998 wirkte der Geistliche als Kaplan und ab 2001 auch als Sekretär des Speyrer Bischofs Anton Schlembach. Im selben Jahr wurde er in München im Fach Neues Testament promoviert. Dem Domkapitel zu Speyer gehört Jung seit 2008 an. Im Januar 2009 berief ihn Bischof Karl-Heinz Wiesemann zum Generalvikar. Im Bistum Speyer organisierte Jung unter anderem die 2006 erfolgte Seligsprechung des Priesters und Ordensgründers Paul Josef Nardini (1821-1862). Außerdem begleitete er von 2009 bis 2016 den Prozess für ein neues Seelsorgekonzept in der Diözese. Die Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindergärten trägt laut Mitteilung ebenso seine Handschrift wie die Herausgabe eines bundesweit erhältlichen „Pilger-Magazins“. Im vergangenen Jahr verantwortete er auch die Organisation der Beerdigung von Altkanzler Helmut Kohl.

kna
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