Katholischer Verlag provoziert AfD

Symbolbild (Foto: pixabay)

Der katholische Echter-Verlag hat eine Broschüre mit dem Titel „Christliches in der AfD“ veröffentlicht, deren Inhalt aus 32 überwiegend leeren Seiten besteht. Die Partei hat auf diese bewusste Provokation empört reagiert und angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen. In den wenigen geschriebenen Zeilen im Buch steht: „Wir haben recherchiert, und haben herausgefunden: Da gibt’s nichts, gar nichts. Sie können blättern, so viel Sie wollen: Es gibt nichts.“

Im Gespräch mit dem Internetportal katholisch.de in Bonn bezeichnete Verlagsleiter Thomas Häußner die Broschüre als „Gag“ und „Provokation“. Wörtlich sagte er: „Wir wollten kurz und pointiert auf den Punkt bringen, was man auch in einer langen Abhandlung darlegen könnte“. Die Idee dahinter sei, die Auseinandersetzung mit der AfD „zuzuspitzen“. Man habe sich überlegt, „wie zugänglich populistische Parteien gegenüber einer sachlichen Argumentation sind und wollten darauf mal auf einem etwas anderen Weg antworten“.

Die AfD nannte das Buch einen „Skandal“. Wörtlich sagte Volker Münz, der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, auf Anfrage von katholisch.de: „Bestenfalls ist das Satire. Aus meiner Sicht diskreditiert sich der Verlag damit aber selbst.“ Menschen, die für das Buch Geld bezahlten in der Annahme, es handele sich um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit christlichen Inhalten der AfD, würden irregeführt.

„Wir prüfen juristische Schritte“, so Münz weiter: „Der Verlag hätte mit uns sprechen und uns mit seiner These konfrontieren sollen.“ Eine solche Kontaktaufnahme sei ihm aber nicht bekannt. Aus seiner Sicht gebe es im AfD-Programm durchaus christliche Themen, betonte er, etwa beim Lebensschutz oder Ehe und Familie. Er sei auch „gern zu einem direkten Gespräch mit dem Autor bereit“.

Auf der letzten Seite des Buchs schreibt der in Würzburg ansässige Verlag: „Sollten Sie christliche Standpunkte in der AfD benennen können, dürfen Sie uns diese gerne mitteilen.“ Verlagsleiter Häußner betonte, er wundere sich nicht über die Kritik: „Wenn man ein Thema so pointiert angeht, dann muss man auch damit leben, dass man nicht von allen Seiten Applaus bekommt.“ Allerdings seien die meisten Rückmeldungen bisher positiv. Nach seinen Angaben seien auch schon „einige Hundert“ der insgesamt 1.500 Exemplare der ersten Auflage verkauft worden – zum Preis von 2,90 Euro pro Stück.

kna
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