Ordensmann Heiner Wilmer wird Bischof von Hildesheim

Der Ordenspriester Heiner Wilmer wird neuer katholischer Bischof von Hildesheim. Der 56-Jährige soll im September im Mariendom zum Bischof geweiht werden, gaben der Vatikan und das Bistum Hildesheim am Freitag bekannt. Der bisherige Generalobere der Kongregation der Herz-Jesu-Priester wechselt aus Rom in die niedersächsische Bischofsstadt und wird Nachfolger von Norbert Trelle, der elf Jahre lang an der Spitze der Diözese gestanden hatte.

(Foto: © Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Wilmer. Die Erfahrungen als Oberer im Orden und die langjährige pastorale Arbeit seien gute Voraussetzungen für die Leitung der Diözese, so Marx. Wilmer sei auf das neue Amt bestens vorbereitet. Gerade in Norddeutschland sei es unabdingbar, dass der neue Bischof das Miteinander aller Christen fördere, sagte Diözesanadministrator Nikolaus Schwedtfeger, der das Bistum bis zur Einführung des neuen Bischofs leitet. Auch der angemessene Umgang mit Betroffenen sexualisierter Gewalt bleibe eine entscheidende Aufgabe. „Meine Hoffnungen finden in Heiner Wilmer eine starke Resonanz“ so Schwerdtfeger. „Wir haben ihn gewollt.“ Dass Wilmer nach Hildesheim komme, mache ihn von ganzem Herzen froh und dankbar.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hieß seinen neuen Amtsbruder willkommen. Mit Wilmer werde ein Experte in Theologie, Bildung und mit großer Führungserfahrung Bischof, sagte er. „Ich freue mich, dass der neue Bischof von Hildesheim aus unserem Bistum, aus Schapen, stammt“, sagte Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode. Er habe lange Zeit ideenreich und umsichtig das Gymnasium Leoninum in Handrup geleitet. Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Nach seinem Abitur 1980 am Leoninum in Handrup, einem Gymnasium in Trägerschaft der Herz-Jesu-Priester, trat er ins Noviziat des Ordens in Freiburg ein. Von 1981 bis 1986 studierte er Theologie in Freiburg sowie Romanistik in Paris. 1987 wure er zum Priester geweiht. Im Anschluss ging er nach Rom an die Päpstliche Universität Gregoriana, um dort französische Philosophie zu studieren.

Nach der Promotion in Theologie und einem Studium der Geschichte auf Lehramt ging Wilmer 1997 für ein Jahr in die USA, um an einer Jesuiten-Highschool in der New Yorker Bronx zu unterrichten. Wilmer wurde 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester, seit 2015 steht er als Generaloberer in Rom an der Spitze des Ordens, der sich unter anderem in der Bildung und Erziehung engagiert. 2013 veröffentlichte er das Buch „Gott ist nicht nett“ über seinen Glauben und seine Lebensentscheidung, Priester zu werden. Im März erschien von ihm „Hunger nach Freiheit“ über die christlichen Wurzeln des Abendlands. In Hildesheim warten zahlreiche Herausforderungen auf den neuen Bischof. Unter anderem wird er nach mehreren Missbrauchsvorwürfen die Glaubwürdigkeit der dortigen Kirche wiederherstellen müssen. Das Bistum zählt rund 610.000 Katholiken und reicht vom Harz bis an die Nordsee.

 

Schweres Erbe für Hildesheims neuen Bischof

Kirche muss nach Missbrauchsfällen Vertrauen zurückgewinnen

Vor dem zukünftige Bischof Heiner Wilmer liegen im Bistum Hildesheim schwere Aufgaben. Unter anderem wird er den Umgang mit Missbrauchsfällen weiter aufarbeiten müssen. Seine offene Art ist dafür gute Voraussetzung.

 

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Vor dem zukünftige Bischof Heiner Wilmer liegen im Bistum Hildesheim schwere Aufgaben. Unter anderem wird er den Umgang mit Missbrauchsfällen weiter aufarbeiten müssen. Seine offene Art ist dafür gute Voraussetzung.

(Foto: © Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester)

Verlorenes Vertrauen nach Missbrauchsfällen, Finanzknappheit, zu viele kirchliche Gebäuden: Auf den neuen katholischen Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer warten in dem niedersächsischen Bistum zahlreiche Herausforderungen. Am Freitag wurde die Ernennung des 56-jährigen Ordenspriesters in Rom und Hildesheim bekanntgegeben. Er stammt aus Schapen im Emsland und war zuletzt Generaloberer des Dehonianer-Ordens in Rom – in Deutschland bekannt als Herz-Jesu-Priester. Der Autor mehrerer Bücher gilt als Anhänger von Papst Franziskus, pflegt eine tiefe Spiritualität, hat aber den Kontakt zur Welt nicht verloren. Mit seinem Wechsel in die niedersächsische Bischofsstadt wird er Nachfolger des 75-jährigen Norbert Trelle, der im September altersbedingt zurückgetreten war.

Zur Diözese Hildesheim zählen im protestantisch geprägten Umfeld rund 610.000 Katholiken im östlichen Niedersachsen und im Norden Bremens. Das 30.000 Quadratkilometer große Bistum reicht von der Nordseeküste bis zu den südlichen Ausläufern des Harzes bei Göttingen und Duderstadt. Der eher zurückhaltende Trelle führte die finanziell schwache Diözese mit ruhiger Hand und musste – auc…

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