Bischöfe streiten weiter über Brief nach Rom zu Kommunionempfang

Der Streit über einen Brief von sieben deutschen Bischöfen an den Vatikan zu Fragen rund um den Kommunionempfang für evangelische Christen hält an. Am Montag wiesen mehrere bayerische Bischöfe die zum Teil massive Kritik an dem Schreiben zurück. Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr kritisierte dagegen den Vorstoß. Er sehe keine Gründe, warum die „pastorale Handreichung“ zu der Frage nicht veröffentlicht und umgesetzt werden solle, sobald die Endfassung fertig sei.

(Foto: Wolfgang Roucka/Erzbischöfliches Ordinariat München(CC BY-SA 3.0/Wikimedia)

Der Brief ist gerichtet an Kurienkardinal Kurt Koch, den „Ökumene-Minister“ im Vatikan. Unterzeichnet haben ihn neben den Erzbischöfen von Köln und Bamberg die Bischöfe von Eichstätt, Augsburg, Görlitz, Regensburg und Passau. Sie wollen in Rom klären lassen, ob ein von der Bischofskonferenz mit Drei-Viertel-Mehrheit verabschiedeter Beschluss rechtmäßig ist, konfessionsverschiedene Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte sich verwundert darüber gezeigt, dass die Kritiker „trotz der ausführlichen und auch kontroversen Aussprache in der Vollversammlung und des mit weit überwiegender Mehrheit der Mitglieder der Bischofskonferenz gefassten Beschlusses“ weiterhin so große Zweifel hätten. Der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst verteidigte den Beschluss als „Basis unseres pastoralen Handelns“.

Der Bamberger Erzbischof Ludwg Schick sagte dagegen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag): „Es war kein Brandbrief und kein Verweigerungsbrief, dem es darum geht zu verhindern, dass evangelische Christen in konfessionsverschiedenen Ehen zur Kommunion gehen dürfen“. Vielmehr sei er mit einigen Bischöfen der Ansicht, „dass Antworten aus Rom auf einige Fragen grundsätzlicher Art für uns alle wichtig wären“. Es gehe etwa um die Frage, wie weit die Kompetenzen einer Bischofskonferenz reichten und wer das Kirchenrecht verbindlich interpretieren könne.

Ähnlich äußerte sich der Passauer Bischof Stefan Oster in einem vorab bekanntgewordenen Beitrag für das „Passauer Bistumsblatt“. Als klärungsbedürftige Kernfrage bezeichnet der Passauer Bischof die „Neuheit“, wie die geplante Handreichung den Begriff der „schweren Notlage“ deute, in der sich ein nichtkatholischer Gläubiger befinden müsse, um die Sakramente empfangen zu können. Bisher sei darunter nur die Todesgefahr verstanden worden. Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er persönlich habe „die große Sorge“, dass die geplante pastorale Handreichung der Bischofskonferenz „von der Öffentlichkeit als Lehrentscheidung missverstanden werden könnte“.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte am Wochenende im Kölner domradio zu mehr Gelassenheit aufgerufen. In der Bischofskonferenz sei über „eine wichtige Frage“ gesprochen worden. Dabei sei man unterschiedlicher Meinung gewesen, „ob wir Lösungen finden können, die pastoral wichtig sind und die wir als deutsche Teilkirche treffen können oder ob es nicht wichtig ist und richtig wäre, eine solche Lösung mit dem Blick auf die Gesamtheit der Universalkirche anzugehen“.

kna
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