Experten: Glasmalerei als Kulturgut nicht ausreichend geschützt

Glasmalereien aus profanierten Kirchen werden laut Experten nicht ausreichend als Kulturgut wahrgenommen und geschützt. Oft würden mit den Kirchen auch Glasfenster aufgegeben und abgerissen, kritisierte die Leiterin der Europäischen Akademie für Glasmalerei, Annette Jansen-Winkeln, am Montag in Mönchengladbach. Niemand fühle sich für den Schutz der Werke verantwortlich. Viele Glasarbeiten seien bereits verloren gegangen.

„Dieser Trend wird sich mit weiteren Kirchenaufgaben verschärfen“, so Jansen-Winkeln. Glasfenster seien aber ein wichtiger Teil des kollektiven Gedächtnisses und der kulturellen Identität und müssten daher geschützt werden. Um den Themenkomplex sinnvoll anzugehen, fehlten Entscheidungskriterien und finanzielle Mittel, gab der frühere NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) zu bedenken.

Auch der ehemalige Direktor der Kommission für Zeitgeschichte, Karl-Joseph Hummel, kritisierte den Umgang der Kirche mit den Glasfenstern. Die Kirche sei zu passiv. Die Bewahrung der Glasfenster sei eine große Aufgabe, die mit zahlreichen Problemen, hohen Kosten und Unklarheiten verbunden sei. Aus Angst vor dieser Aufgabe kümmere die Kirche sich gar nicht oder zu wenig um den Erhalt der Glaskunstwerke. Sie warte ab, bis sich das Problem von allein gelöst habe und die Glasmalereien mit den Gotteshäusern abgerissen würden.

kna

Einfache Lichtquelle oder schützenswerte Kunst?

Experten beraten über Kirchenfenster als Kulturgut – Glasmalerei

Eine Kirche ohne Licht – undenkbar. Die Glasfenster zaubern eine Stimmung in den Raum und füllen ihn mit Leben. Doch wenn Kirchengebäude aufgegeben werden, gehen oft auch die dort enthaltenen Glaskunstwerke verloren…

 

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, dass Sie sich für unsere journalistischen Angebote interessieren.Lesen Sie den vollständigen Bericht hier oder in unserer gedruckten Ausgabe 15/2018

Eine Kirche ohne Licht – undenkbar. Die Glasfenster zaubern eine Stimmung in den Raum und füllen ihn mit Leben. Doch wenn Kirchengebäude aufgegeben werden, gehen oft auch die dort enthaltenen Glaskunstwerke verloren.

Sie sind meist das erste, was Kirchenbesucher wahrnehmen: Die Glasfenster an den Wänden. Sie brechen das Licht, spielen damit und bestimmen die Atmosphäre im Kirchenraum. Manche tragen eine Botschaft und deuten eine Erzählung aus der Bibel. Andere sind einfach schön anzusehen. Aktuell werden deutschlandweit Kirchen aufgegeben, anderweitig genutzt oder abgerissen – was dann mit den Glasmalereien passiert, ist unklar.
In der Regel fühle sich niemand für die Rettung der Glaswerke verantwortlich, kritisiert die Leiterin der Europäischen Akademie für Glasmalerei, Annette Jansen-Winkeln. Glasmalereien würden oft nicht als Kunst, sondern nur als Teil der Kirchenwand angesehen – und mit dem Gebäude abgerissen. Die Forschungsstelle Glasmalerei kümmert sich um solche Glaskunstwerke und baut sie nach Möglichkeit aus aufgegebenen Kirchen aus.
Allerdings ist das nicht einfach: Die Verflechtung von Kirchenrecht und Staatsrecht mache es im Fall einer profanierten Kirche schwierig, Entscheidungsträger ausfindig zu machen, sagt Jansen-Winkeln am Montag auf einer Fachtagung in Mönchengladbach…

Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.

Neues Ruhr-Wort Premium

Diesen Artikel
Experten: Glasmalerei als Kulturgut nicht ausreichend geschützt
1,69
EUR

24-Stunden-Pass
24 Stunden Zugang zu allen Inhalten dieser Website
2,29
EUR
Monatsabo
1 Monat Zugriff auf alle Inhalte dieser Website (jederzeit kündbar)
7,60
EUR
Powered by
Neues Ruhr-Wort

Kostenfrei
Ansehen