China: Kardinal Zen warnt vor Anerkennung exkommunizierter Bischöfe

Der chinesische Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (86) warnt vor negativen Folgen der China-Politik des Heiligen Stuhls für die katholische Kirche in dem kommunistischen Land. Viele Menschen dort besuchten schon jetzt keine Messen der staatlich anerkannten Bischöfe.

(Foto: © Scullery | Dreamstime)

Das sagte der Altbischof von Hongkong der Würzburger Zeitung „Die Tagespost“ (Donnerstag). Manche Gläubige verließen die Kirche, wenn der Bischof einziehe. „Sollte der Vatikan die exkommunizierten Bischöfe anerkennen, wird sich die Situation drastisch verschlechtern. Eine schismatische Kirche anzuerkennen, würde im Umkehrschluss bedeuten: Die Märtyrer sind Dummköpfe gewesen.“

Zen äußerte sich zu Bestrebungen des Vatikan, die Beziehungen zu China zu verbessern. Zen warnte in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit bereits vor „faulen Kompromissen“. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Thema Bischofsernennungen. Von den rund 100 chinesischen Bischöfen sind derzeit sieben „patriotische“ nicht von Rom anerkannt. Umgekehrt amtieren 30 bis 40 Untergrundbischöfe ohne Genehmigung Pekings. Zudem werden diverse weitere römische Kandidaten von den Behörden abgelehnt.

Das geplante Abkommen tauge nichts, erklärte Zen nun. Es „wäre ein Kompromiss, bei dem alle exkommunizierten Bischöfe der offiziellen Kirche legitimiert würden. Wie soll das gehen?“, fragte der Kardinal. „Man kann ihnen vergeben, aber sie können nicht als Bischöfe eingesetzt werden. Zwei von ihnen haben Frau und Kinder. Aus katholischer Sicht dürfen sie nicht einmal das Priesteramt ausüben.“

Weiter sagte Zen: „Ich habe dem Heiligen Vater einmal bei einer Audienz gesagt: Die offizielle Kirche ist objektiv schismatisch. Und er hat geantwortet: ‚Certo‘ – gewiss.“ Zen fügte hinzu, er hoffe, dass Papst Franziskus die Reißleine ziehe. „Wenn er, aus welchem Grund auch immer, dem Rat von Kardinalstaatssekretär Parolin folgt, sage ich nichts mehr. Ich kämpfe nicht gegen den Heiligen Vater“, ergänzte Zen. Zunächst habe er Parolin für einen fähigen Mann gehalten, aber inzwischen traue er ihm nicht mehr, so der Kardinal. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin forciere ein Abkommen mit China um jeden Preis, hatte Zen schon früher behauptet.

kna

 

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