Autor Manfred Lütz beklagt „Fake News“ über Kirchengeschichte

Aus Sicht des Theologen und Bestsellerautors Manfred Lütz werden auch heute noch jede Menge „Fake News“ und Polemiken über die Geschichte der katholischen Kirche verbreitet, um dieser zu schaden. Auch die Verleumdungen, die von den Hitlers und Honeckers in die Welt gesetzt wurden, halten sich“, sagte der Psychiater, Theologe und Publizist. Das krasseste Beispiel ist aus seiner Sicht „Himmlers Legende von neun Millionen germanischen Frauen, die von katholischen Priestern als Hexen ermordet wurden, um die germanische Rasse und Religion auszulöschen“. Das geistere heute immer noch durch die Debatten, so Lütz: „Die Forschung sagt heute, dass die kirchliche Inquisition sich gegen die Hexenverfolgung stellte. Es war die moderne weltliche Justiz, die vor allem in Deutschland gegen die Hexen wütete.“

(Foto: Stefan Flöper / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 & GDFL 1.2+)

Wenn solche und ähnliche Dinge bis heute verbreitet würden, so der Autor weiter, seien auch Christen daran mit schuld, „die sich sicherheitshalber für die eigene Geschichte schämen, ohne sie zu kennen“. In diesem Zusammenhang beklagt sich Lütz auch über manche Kritik an seinem neuesten Buch „Der Skandal der Skandale“, in dem es unter anderem um Kreuzzüge, Hexenverfolgung und Inquisition geht, aber auch um aktuelle Themen wie den Missbrauchsskandal. So habe ihm ein Regionalverband der Giordano-Bruno-Stiftung 100 „Kotzschalen“ aus Pappe als Reaktion geschickt: „Es ist schon bemerkenswert, auf welchem intellektuellen Niveau deutsche Atheisten inzwischen angekommen sind.“

Zudem, so der Autor, sei das Bild vom Christentum bis heute stark von der „verklemmten bürgerlichen Sexualmoral“ des 19. Jahrhunderts überlagert, die Angst und Doppelmoral hervorgebracht habe. Deshalb sei es wichtig, dass Papst Franziskus die Kirche wieder an das Wesentliche ihres Auftrags erinnere, „nämlich an die Barmherzigkeit und die Solidarität mit den Schwächsten“.

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„Alte Polemik gegen die Kirche wirkt bis heute“

Wenn er ein Buch schreibt, ist der Verkaufserfolg beinahe sicher. Doch bei seinem jüngsten Werk „Der Skandal der Skandale“ wünscht sich Bestsellerautor Manfred Lütz vor allem eins: Eine seriösere Debatte. In dem Buch über die Kirchengeschichte geht es vor allem um Brennpunkte der Vergangenheit wie Kreuzzüge, Hexenverfolgung und Inquisition, aber auch um aktuelle Themen wie den Missbrauchsskandal. Was ihn an mancher Kritik stört, erläutert der Psychiater, Theologe und Publizist im Interview.

Herr Lütz, Ihr Buch verkauft sich gut. Ihre These, dass die Geschichte des Christentums ganz neu erzählt werden muss, scheint zu provozieren. Aber hat es die Debatte ausgelöst, die Sie sich wünschen?
Lütz: Es gibt immer zwei Phasen bei einem Bestseller. Erst kaufen ganz viele Leute das Buch, in diesem Fall sind es schon 60.000, vor allem weil sie das Thema interessiert. Und dann kommt eine zweite Welle, wenn es wirklich gelesen wird. Bis jetzt war es Thema in vielen Talkshows, in Rezensionen und in kritischen Auseinandersetzungen. Am heftigsten hat die Regionalgruppe Koblenz der Giordano-Bruno-Stiftung reagiert. Die haben mir 100 Kotzschalen aus Pappe geschickt. Es ist schon bemerkenswert, auf welchem intellektuellen Niveau deutsche Atheisten inzwischen angekommen sind.
Aber es gab doch hoffentlich auch seriös…

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