Alles, was Recht ist

Das kirchliche Arbeitsrecht bestimmt maßgeblich, wie Kirche arbeiten kann, weil es die Rahmenbedingungen klärt – beim immerhin zweitgrößten Arbeitgeber in Deutschland mit bis zu zwei Millionen Beschäftigten. Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat nun das bundesweit erste universitäre Institut für kirchliches Arbeitsrecht gegründet. Direktor Prof. Dr. Jacob Joussen ist Experte für deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht. „Ein solch wissenschaftlich-universitäres Institut gibt es bislang in Deutschland nicht, lediglich eine Forschungsstelle an der Universität Tübingen“, sagt er. „Das ist überraschend, da sich in der Praxis die Anfragen häufen.“

Foto: © RUB, Marquard

Das kirchliche Arbeitsrecht ist für alle Zweige der beiden großen Kirchen ein zentraler Faktor – für die verfasste Kirche wie für Diakonie und Caritas. Das Institut ist umfassend ausgerichtet: Es untersucht die Themen wissenschaftlich-neutral – aus der Dienstgeber- wie aus der Dienstnehmerperspektive, im katholischen wie evangelischen Bereich. Es wahrt insofern eine universitäre Unabhängigkeit zum Forschungsgebiet. „Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, muss im Arbeitsrecht aber immer noch eigens betont werden“, so Joussen.

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Foto: © RUB, Marquard


Bochum. Als Leiter des neuen Institutes für kirchliches Arbeitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum bearbeitet Prof. Dr. Jacob Joussen mit seinen Mitarbeitern ein Thema, von dem in Deutschland etwa zwei Millionen Arbeitnehmer betroffen sind. Im Gespräch mit dem Neuen Ruhr-Wort stellt er das neue Institut vor.
Wie sind Sie zu Ihrer Aufgabe gekommen? 
Ich habe Theologie und Rechtswissenschaften studiert und beschäftige mich bereits seit über zehn Jahren mit dem kirchlichen Arbeitsrecht und habe dabei erkannt, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet ist, weil die christlichen Kirchen 1,5 bis zwei Millionen Menschen beschäftigen und damit, nach dem Staat, der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland sind.
Macht ein eigenes kirchliches Arbeitsrecht Sinn?
Ich meine schon. Wie im öffentlichen Dienst und in Wirtschaftsbranchen gibt es auch im kirchlichen Dienst Besonderheiten, die sich im Arbeitsrecht niederschlagen müssen. Für die Kirche entscheidend ist die Tatsache, dass sie ihre Arbeit aus ihrem christlichen Verkündigungsauftrag heraus leistet.
Inwieweit kann eine kirchliche Einrichtung von seinen Mitarbeitern eine christliche Gesinnung und Lebenspraxis verlangen?
Auch weltliche Arbeitgeber können von ihren Arbeitnehmern Loyalität verlangen. Das Grundgesetz gibt den Kirchen hier mit der in seinem Artikel 4 garantierte…

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