Ein Weckruf für den größten privaten Arbeitgeber im Land

Luxemburg. Darf ein katholisches Krankenhaus seinem Chefarzt kündigen, weil er nach einer Scheidung ein zweites Mal geheiratet hat? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Dienstag die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Sie kamen zu dem Schluss, dass die Kündigung eine „verbotene Diskriminierung“ darstellen könnte. Die Anforderung, dass ein katholischer Chefarzt den „heiligen und unauflöslichen Charakter“ der Ehe nach de…


Justitia soll ihr Urteil ohne Ansicht und Ansehen der Person – oder der Institution – fällen, darum wird sie als blind, mit verbundenen Augen dargestellt. Foto: pixabay


Luxemburg. Darf ein katholisches Krankenhaus seinem Chefarzt kündigen, weil er nach einer Scheidung ein zweites Mal geheiratet hat? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Dienstag die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Sie kamen zu dem Schluss, dass die Kündigung eine „verbotene Diskriminierung“ darstellen könnte. Die Anforderung, dass ein katholischer Chefarzt den „heiligen und unauflöslichen Charakter“ der Ehe nach dem Verständnis der Katholischen Kirche beachte, erscheine nicht als „wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung“, heißt es im Urteil. Die abschließende Entscheidung obliegt nun dem Bundesarbeitsgericht.
Für die Kirchen ist das Urteil zumindest ein Weckruf. Seit Jahren gibt es Streit um das ihnen im Grundgesetz garantierte Recht, ihre Angelegenheiten selbst regeln zu können – bis hin zu einem eigenen Arbeitsrecht mit Loyalitätsanforderungen an die Mitarbeiter. Dabei zählen die Kirchen zu den größten privaten Arbeitgebern im Land: Sie und ihre Wohlfahrtsverbände haben in Deutschland rund 1,3 Millionen Beschäftigte.
Der Fall des Düsseldorfer Chefarztes hat eine lange Vorgeschichte; die Kündigung geht zurück auf das Jahr 2009. Beschäftigt haben sich mit dem Fall bereits das Bundesarbeitsgericht un…
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