Scham und Sünde

Der dunkle Schatten des sexuellen Missbrauchs holt die Katholische Kirche erneut ein. Von Australien bis Deutschland, von Washington bis in den Vatikan wird ermittelt, Scham bekundet und nach Verantwortlichen gesucht.

(Symbolfoto: © Ginas Sanders
| Dreamstime.com)

In Deutschland sickerten jetzt Zahlen aus einer wissenschaftlichen Studie der Bischöfe durch, die erst Ende September auf der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden sollten. Demnach wurden seit 1946 mehr als 4 Prozent der katholischen Geistlichen in Deutschland mit Missbrauch in Verbindung gebracht. Ihre lange Präsenz und ihre weltweite Struktur sorgen dafür, dass alle Zahlen bei der Katholischen Kirche enorm groß erscheinen – auch die der Verbrechen in ihren eigenen Reihen. Zudem ist sie deshalb besonders anfällig, weil der Umgang unverheirateter Männer mit Kindern und Jugendlichen in Schulen, Internaten und Kirchengemeinden quasi zu ihrem Kerngeschäft gehört.

Die Schilderung der nicht selten akribisch geplanten Übergriffe ruft stets von Neuem Entsetzen, Abscheu und Ekel hervor. Hinzu tritt immer häufiger die Frage nach der Verantwortlichkeit der Oberen. Es geht um Wegsehen, Vertuschen, Aktenvernichtung und Förderung des Verbrechens durch Versetzung der Täter. Ins Visier geraten auch frühere Personalchefs und Generalvikare, Bischöfe und Kardinäle bis hin zu den höchsten Verantwortlichen im Vatikan.

Papst Franziskus sprach…

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Der dunkle Schatten des sexuellen Missbrauchs holt die Katholische Kirche erneut ein. Von Australien bis Deutschland, von Washington bis in den Vatikan wird ermittelt, Scham bekundet und nach Verantwortlichen gesucht.

(Symbolfoto: © Ginas Sanders
| Dreamstime.com)


In Deutschland sickerten jetzt Zahlen aus einer wissenschaftlichen Studie der Bischöfe durch, die erst Ende September auf der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden sollten. Demnach wurden seit 1946 mehr als 4 Prozent der katholischen Geistlichen in Deutschland mit Missbrauch in Verbindung gebracht. Ihre lange Präsenz und ihre weltweite Struktur sorgen dafür, dass alle Zahlen bei der Katholischen Kirche enorm groß erscheinen – auch die der Verbrechen in ihren eigenen Reihen. Zudem ist sie deshalb besonders anfällig, weil der Umgang unverheirateter Männer mit Kindern und Jugendlichen in Schulen, Internaten und Kirchengemeinden quasi zu ihrem Kerngeschäft gehört.
Die Schilderung der nicht selten akribisch geplanten Übergriffe ruft stets von Neuem Entsetzen, Abscheu und Ekel hervor. Hinzu tritt immer häufiger die Frage nach der Verantwortlichkeit der Oberen. Es geht um Wegsehen, Vertuschen, Aktenvernichtung und Förderung des Verbrechens durch Versetzung der Täter. Ins Visier geraten auch frühere Personalchefs und Generalvikare, Bischöfe und Kardinäle bis hin zu den höchsten Verantwortlichen im Vatikan.
Papst Franziskus sprach am Dienstag in einem etwa…
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