Kirchen laden vor #wirsindmehr-Demonstration zum Friedensgebet

Bevor am heutigen Donnerstag in Essen um 18 Uhr eine Demonstration für Frieden, Freiheit und Menschenwürde startet, laden die katholische und die evangelische Kirche um 17.30 Uhr zu einem gemeinsamen Friedensgebt in die Marktkirche ein.

Dompropst Zander (2.v.re) und Superintendentin Greve (3.v.re) zusammen mit dem Essener Schauspiel-Intendanten Christian Tombeil (re), dem DGB-Chef für Mülheim, Essen und Oberhausen, Dieter Hillebranc (2.v.li) sowie Sonja Neuhaus (li) und Max Adelmann (3.v.li) vom Bündnis „Essen stellt sich quer“. Foto: Stefan Koppelmann | Evangelische Kirche Essen

Unmittelbar vor der #wirsindmehr-Demonstration am Donnerstagabendin Essen laden die katholische und die evangelische Kirche zu einem gemeinsamen Friedensgebetin die Marktkirche. Dann wird der katholische Cityseelsorger Bernd Wolharn gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Hannah Jacobs und ihrem Kollegen Johannes Heuneinen geistlichen Impuls für Freiheit und Menschenwürde setzen. Dompropst Thomas Zanderund der Vorsitzende des Essener Katholikenrates, Bernd Klein, sowie Superintendentin Marion Greve haben anlässlich der Demonstration ein „Gemeinsames Wort: Zeichen setzen gegen Menschenwürde!“ veröffentlicht, indem sie sowohl zum Gottesdienst einladen als auch zur Teilnahme an der Demonstration ermutigen.

Am Donnerstag gehe es darum „Zeichen zu setzen, um die gesellschaftliche Mitte zu stärken“, hob Dompropst Zander hervor, „wir stehen gemeinsam dafür ein, was unsere Gesellschaft ausmacht. Wir sind nicht in erster Linie gegen etwas, sondern dafür: Für Frieden, für Freiheitund für eine menschenwürdige Gesellschaft“. Es gehe „um die biblische Grundüberzeugung: Jeder Mensch ist von Gott geliebt“, betonte Superintendentin Greve. „Diese Überzeugung wird von denen angezweifelt, die sich in Chemnitz, Köthen und anderswo so lautstark empören.“
Greve betonte, dass sich die beiden großen Kirchen „bei früheren Demonstrationen unwohl gefühlt haben“. Die Kirchen ließen sich „nicht politisch vereinnahmen“. Diesmal geh es jedoch darum, jenseits allerPartei-Überzeugungen„bewusst Flagge zu zeigen für das, was uns mit Blick auf die Würde des Menschen wichtig ist“, sagte die Superintendentin.

„Im Hintergrund der erschreckenden Bilder offen rechtsextremer Demonstranten in Chemnitz und zuletzt in Köthen sowie der zunehmenden und sich verschärfenden rechten Hetze in unserem Land geht es um die Würde des Menschen. Jede Form von Gewalt aber verletzt die Würde des Menschen. Als Evangelische und Katholische Kirche distanzieren wir uns deshalb von jeder Form extremistischer Gewalt“, heißt es in dem gemeinsamen Wort. Die Demonstration solle alle Menschen zusammenführen, „die friedvoll, respektvoll und würdevoll dafür eintreten, in unserem Land die Würde eines jeden Menschen zu schützen und unantastbar zu bewahren. Wir laden die Christinnen und Christen unserer Stadt herzlich ein, durch ihre Teilnahme an der Demonstration ein sichtbares Zeichen für unsere Demokratie, für Frieden, Freiheit und die Würde aller Menschen zu setzen.“

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