Pionier der Kirchenmusik

Die Hymne zum Papstbesuch 1987 im Gelsenkirchener Parkstadion, zahlreiche Katholikentagslieder sowie die aus dem Gesangbuch „Gotteslob“ bekannte „Paulus-Messe“ – diese Kompositionen – und noch viele mehr– stammen aus der Feder von Heino Schubert. Im Alter von 90 Jahren ist er am 18. August in Senden im Münsterland gestorben, wie jetzt bekannt wurde.

Der ehemalige Domorganist und Komponist Heino Schubert bei seinem 80. Geburtstag. (Archivfoto: Nicole Cronauge | Bistum Essen)

„Heino Schubert hat als ers­ter Domorganist für den Essener Dom sowie für das damals noch junge Bistum Großes geleistet“, erinnert sich Dompropst Thomas Zander. „Er war am Aufbau der Dommusik maßgeblich beteiligt und hat die Kirchenmusik über die Grenzen unseres Bistums hinaus nachhaltig geprägt und bereichert. Sein Tod erfüllt mich mit Trauer.“ Schubert war einer der bedeutendsten Repräsentanten zeitgenössischer Kirchenmusik in Deutschland. Allen voran ist die „Paulus-Messe“ zu nennen, die auch im aktuellen Gotteslob zu finden ist. Vor über 50 Jahren leistete er mit diesem ersten durchkomponierten Messordinarium in deutscher Sprache Pionierarbeit.

Die Hymne „Gaude, mater ecclesia“, die er für die Eucharistiefeier mit Papst Johannes Paul II. im Gelsenkirchener Parkstadion geschrieben hat, erreichte überregioale Bekanntheit. Auch an der Herausgabe der ersten beiden Ausgaben des Buches „Halleluja – 77 Lieder für den Kindergottesdienst“ und „Halleluja – Liederbuch für junge Chris­ten“, unter anderem mit eigenen Kompositionen, hatte er entscheidenden Anteil. Schubert wurde 1928 in Glogau geboren und lernte schon im Kindesalter, am Klavier zu komponieren. Nach dem Wehrdienst als Luftwaffenhelfer und nach der Vertreibung seiner Familie studierte er in Detmold und Freiburg. Nach Stationen als Kirchenmusiker in Freiburg und Heidelberg wurde er 1961 vom frisch errichteten Essener Domkapitel zum Domorganisten berufen.

Er wurde Dozent für Tonsatz und Orgel an der Essener Folkwang-Hochschule und an der Kölner Musikhochschule und anschließend Professor für Musiktheorie und Tonsatz an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Seinen Ruhestand verbrachte Schubert in Senden. Im Kapitelsamt am Sonntag, 16. September, um 10 Uhr wird seiner gedacht – auch mit seinen Werken.

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