Marx für offene Gespräche in der Kirche: „Ich schweige nicht“

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wirbt für eine offene Gesprächsatmosphäre in der katholischen Kirche. „Daran können wir noch arbeiten“, sagte Marx am Donnerstag dem Portal Vatican News. Zugleich betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, er selbst spreche mit den Verantwortlichen im Vatikan auch über kritische Themen. „Ich schweige nicht – das ist ja bekannt.“

Kardinal Reinhard Marx (hier beim Katholikentag in Regensburg 2014).
Foto: © Nadine Malzkorn / Katholikentag

Der Erzbischof von München und Freising verwies vor diesem Hintergrund auf die Debatte um den Frankfurter Hochschulrektor Ansgar Wucherpfennig. Dieser war bereits im Februar für eine dritte Amtszeit als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen wiedergewählt worden. Der Vatikan erteilte ihm bislang jedoch noch nicht die erforderliche Unbedenklichkeitserklärung („Nihil obstat“). Wucherpfennig hatte sich in Interviews kritisch zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen geäußert.

Mit Blick auf die laufende Jugendsynode im Vatikan sagte Marx: „Jetzt geht es doch in eine entscheidende Phase.“ Er wünsche sich von dem Bischofstreffen, das am 28. Oktober endet, konkrete Ergebnisse und nicht nur einen Appell, „dass die Kirche offen sein soll für die Jugend“. Im Zentrum, so der Kardinal, müsse die Frage stehen: „Wie können wir so leben, dass die Jugendlichen uns als authentische Gesprächspartner annehmen können?“

Als ein Thema nannte Marx die Rolle von Frauen in der Kirche. Der Ruf nach einer stärkeren Beteiligung sei nicht nur im Westen, sondern weltweit zu hören. Speziell beim Thema Frauen in Leitungspositionen „müssen wir dringend etwas tun“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. „Auch hier im Vatikan.“

kna
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