Mit Zuversicht für mehr Gerechtigkeit

Deutschland muss nach den Worten des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck mehr im Kampf gegen den Klimawandel tun. „Ich denke, dass wir beim Ausbau von Wind- und Solarenergie auf einem guten Weg sind, um unsere Abhängigkeit von Kohle und Gas zu verringern“, sagte er am Donnerstag im Interview. Beim Heizen von Gebäuden, beim Verkehr, in der Industrie und in der Landwirtschaft müsse die Klimaverträglichkeit jedoch dringend verbessert werden. „Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – wir alle können unseren Teil dazu beitragen.“

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck auf seiner letzten Grubenfahrt auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop. (Foto: Simon Wiggen | Bistum Essen)

Overbeck ist Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen bei der Deutschen Bischofskonferenz. Er äußerte sich im Vorfeld der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice (Kattowitz). Dort will die Staatengemeinschaft über die weitere Umsetzung des Klima-Abkommens von Paris beraten. Es sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

Im Interview äußerte er ich auch zum Ende des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet: „Jetzt aber müssen wir vor allem nach vorne schauen und den Strukturwandel, in dem wir im unserer Region ja schon lange stehen, weiterhin so gestalten, dass die Menschen nicht mutlos werden, sondern neue und lebenswerte Perspektiven für sich entdecken und erschließen können“, so Oberbeck. Und in diesem Sinne sage er den Menschen: „Wir lassen Euch nicht im Regen stehen, sondern stehen solidarisch an Eurer Seite und leisten als Kirche unseren Beitrag, damit der Wandel gelingt.“

In dieser Woche hatte der Bischof seine wohl letzte Grubenfahrt in eine deutsche Steinkohlezeche unternommen. Begleitet von Ruhrkohle-Vorstand Peter Schrimpf, Bergwerksdirektor Jürgen Kroker und Vertretern aus der Bistumsleitung, dem Domkapitel und des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Essen fuhr Overbeck am Schacht 10 des Bergwerks Prosper Haniel ein.

„Nachdenklich, melancholisch aber auch dankbar“, beschrieb Overbeck seine Gefühlslage nach der Grubenfahrt. Damit gingen 200 Jahre Industriegeschichte im Ruhrgebiet zu Ende, so Overbeck weiter und er erinnerte daran, dass die Gründung und Geschichte des Ruhrbistums immer eng mit dem Bergbau verbunden gewesen sei. Wenn die Zeche Prosper Haniel in diesem Jahr schließt und damit der Steinkohle-Bergbau in ganz Deutschland zu Ende geht, müsse man aber auch nach vorne schauen, so der Bischof weiter.

rwm/kna
Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, dass Sie sich für unsere journalistischen Angebote interessieren. Lesen Sie das vollständige Interview mit Bischof Overbeck hier im Wortlaut.

Ab Montag trifft sich die internationale Staatengemeinschaft im polnischen Katowice (Kattowitz) und berät über die weitere Umsetzung des Klimaabkommens von Paris. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ist Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen bei der Deutschen Bischofskonferenz. Im Interview spricht er über seine Erwartungen an die Weltklimakonferenz und konkrete Auswirkungen vor Ort.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck auf seiner letzten Grubenfahrt auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop. (Foto: Simon Wiggen | Bistum Essen)


Bischof Overbeck, im Ruhrgebiet schließt Ende des Jahres die letzte Zeche. Was sagen Sie all den Menschen, die (auch in den Braunkohlegebieten wie der Lausitz und andernorts) um ihre Arbeitsplätze und ihre Zukunft bangen?
Mir ist sehr bewusst, dass das Ende des Bergbaus viele Menschen in unserer Region mit Wehmut erfüllt. Und ich kann das auch gut nachvollziehen; denn das Ruhrgebiet war über eine sehr lange Zeit wirtschaftlich, sozial und kulturell viel zu eng mit der Kohle verbunden, um die Gemüter angesichts der Schließung der letzten Zeche unberührt zu lassen. Jetzt aber müssen wir vor allem nach vorne schauen und den Strukturwandel, in dem wir im unserer Region ja schon lange stehen, weiterhin so gestalten, dass die Menschen nicht mutlos werden, sondern neue und lebenswerte Perspektiven für sich entdecke…

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