Medizinisches Zentrum in Heilig Kreuz?

Für die Kirche Heilig Kreuz in Gladbeck-Butendorf ist die Entwicklung eines Medizinischen Zentrums im Gespräch. Am Sonntag wurde die Gemeinde über den Sachstand informiert.

(Foto: David Wenderdel/CC BY-SA 4.0)

Ziel sei es, das denkmalgeschützte und stadtbildprägende Gebäude der Kirche und des Pfarrhauses langfristig zu erhalten. „Dazu könnte das Pfarrhaus um einen Zwischentrakt erweitert und zu einem barrierefreien Wohnhaus umgebaut werden“, sagte Pastor Jochen Walter, der die Projektleitung für die Entwicklungen des Areals übernommen hat. „Die Kirche könnte zu einem ‚Medizinischen Zentrum‘ für Butendorf und die benachbarten Stadtteile in Gladbeck umgebaut werden. Der Begriff ist dabei weit auszulegen: Er umfasst beispielsweise Ärzte, therapeutische Praxen, Beratungseinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Reha-Einrichtungen, Einrichtungen zur Tages- und Demenzbetreuung und ein Sanitätshaus.“

Die Ergebnisse aus der Sozialraumanalyse hätten gezeigt, dass in Gladbeck ein großer Bedarf an solchen sozialen und medizinischen Einrichtungen bestehe und in Zukunft aufgrund des medizinischen Fortschritts und der höheren Lebenserwartung noch deutlich steigen werde, so Walter. „Als Kirche können wir zu den medizinischen Angeboten diakonische Angebote ergänzen, so dass die Menschen konzentriert an einem Ort medizinische und soziale Unterstützung und Hilfe sowie seelsorgliche Zuwendung und Begleitung erfahren können.“ Für die kommenden Monate steht den Angaben zufolge nun eine Machbarkeitsstudie an.

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„Für die technische Umsetzung prüfen wir den Einbau mehrerer horizontaler Ebenen in der Kirche. Damit würde sich die bisherige Nutzfläche der Kirche von 880 m² auf rund 2.900 m² erhöhen“, erklärte Walter. „Innerhalb des Kirchengebäudes soll es zudem einen Veranstaltungsraum für die Gemeinde sowie für weitere Nutzer geben. Neben der technischen Machbarkeit wird auch das notwendige finanzielle Volumen berechnet.“ Aufgrund der Komplexität der Überlegungen werde die Pfarrei St. Lamberti „zeitnah“ einen Architekten mit einer Machbarkeitsstudie beauftragen.

Der Ausschreibungstext für die Studie sei im Vorfeld mit der Stadt Gladbeck, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Bischöflichen Generalvikariat abgestimmt worden. Somit seien „alle wichtigen Partner“ bereits beteiligt. Die Pfarrei hofft, dass die Ergebnisse der Studie bereits im November vorliegen können. „Zudem haben wir ein neues Modell einer wirtschaftlichen Kooperation zwischen einer Kirchengemeinde und Investoren entwickelt und mit dem Bischöflichen Generalvikariat abgestimmt. Dadurch wird es nun möglich, dass externe Investoren gemeinsam mit der Kirchengemeinde auf Augenhöhe derart große Umnutzungsmaßnahmen realisieren können, die für eine Kirchengemeinde allein nicht durchführbar sind“, erklärte Walter. Nach Auswertung der Ergebnisse könnte die pfarrlichen Gremien voraussichtlich Anfang des Jahres 2020 über das weitere Vorgehen beraten.

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