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Teilhabe als Schlüsselfrage

Akademie-Direktor Michael Schlagheck fordert wichtige Entscheidungen in der Katholischen Kirchen nicht weiter aufzuschieben.

Michael Schlagheck (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Münster)

Michael Schlagheck (64) erwartet dringend tiefgreifende Entscheidungen in der Katholischen Kirche. „Auch wenn es heißt, man müsse möglichst viele mitnehmen, kann das kein Argument sein, Entscheidungen nun nicht zu treffen, die an der Zeit sind: in der Frage von Macht und Partizipation, in der Frage von Frau und Amt“, sagte der scheidende Direktor der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ im ausführlichen Interview der Wochenzeitung Neues Ruhr-Wort. Er sei überzeugt: „Nichts anderes spüren die Bischöfe auch und viele andere Verantwortungsträger in der Kirche.“

Schlagheck, der von 2001 bis 2011 auch Berater der Kommission für soziale und gesellschaftliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, war, erklärte: „Wir haben bei vielen Themen eigentlich kein Erkenntnisdefizit, sondern es gibt höchstens ein Defizit in der Entscheidung, jetzt einen neuen Weg zu gehen.“

Klerikalismus tut nicht gut

Für ihn sei eine Schlüsselfrage für die Zukunft, wie viel „Teilhabe“ im „Volk Gottes“ stattfinde. Er sei „fest überzeugt, dass viel mehr möglich ist, als wir es zum Teil auch schon zurzeit praktizieren.  Es geht doch letztendlich bei vielen Entscheidungen nicht um die Frage eines Kernglaubensgutes“, sagte Schlagheck. Der Pfarreientwicklungsprozess im Bistum Essen zeige „nachdrücklich, dass eine gute Partizipation möglich ist und gelingen kann“, erklärte er. „Der Weg in die Zukunft kann nur eine Verstärkung von Teilhabe sein, und zwar einer strukturierten Teilhabe.“

Wer über Macht rede, müsse reflektiert tun – „auch über die eigene Macht, die eigene Führungskompetenz und Verantwortung. Ich spreche ja nicht von Führungslosigkeit, Entscheidungslosigkeit und von Machtlosigkeit“, so Schlagheck. Es sei gefährlich zu behaupten, „in der Kirche sei ja alles nur Dienst, wie es vor Kurzem noch einmal ein Bischof getan hat“. Denn dann gehe es nur „um die Bewahrung von Macht“

Zum Klerikalismus gehörten zwei Seiten: „Der Kleriker, der dies lebt, und Getaufte, die dem Kleriker dies ermöglichen und sich selbst in diesem Kontext auch noch gut fühlen.“ Bestimmte Sorten von Klerikern im Sinne von Klerikalismus „tun uns nicht gut“.

Bedeutung der Zölibatsfrage

Er teile auch nicht die Auffassung, die Zölibatsfrage sei überhaupt nicht der Grund „für die Engpässe, die wir jetzt haben“. Zwar gebe es „viele Faktoren, die noch eine Rolle spielen, aber dieser Punkt ist sicher auch ein Grund“. Die Wolfburg habe immer wieder auch ehemalige Priester zu Gast gehabt, d¡ie ihr Amt aufgegeben haben – nicht zuletzt auch wegen des Zölibats. Manche wären sonst wohl dabeigeblieben, ganz starke Menschen, die der Kirche gutgetan hätten.“

Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, dass Sie sich für unsere journalistischen Angebote interessieren. Lesen Sie das vollständige Interview im Wortlaut hier oder in unserer gedruckten Ausgabe 26/2019

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Herr Dr. Schlagheck, eine Formulierung, die ich von Ihnen häufiger gehört habe, lautet, es gehe darum, „die Dinge ins Wort zu bringen“. Dahinter steckt für mich die Frage nach Sagbarkeitsregeln: Wie haben sich die in Ihrer Wahrnehmung in der Katholischen Kirche geändert? Und welchen Einfluss hatte dies auf Ihre Arbeit?

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Sie haben gesagt, in geringerer Weise …

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Sie meinen gewissermaßen ein vorausseilendes Nichtsagen…

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Welche Themen lagen Ihnen besonders am Herzen?

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Die Entwicklung des Sagbaren lässt sich auch an den Essener Bischöfen ablesen.

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Hat sich die Kirche mehr der Gesellschaft zugewandt?

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Im Moment erleben  wir eine starke Dynamik kirchlicher Struktur- und Reformdeba…


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