Gericht bestellt Sachwalter für KKO

Das Amtsgericht Duisburg hat am Mittwochnachmittag den Duisburger Rechtsanwalt Dr. Sebastian Henneke zum vorläufigen Sachwalter des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO) bestellt. Das Klinikum. mit drei Krankenhäusern einer der größten Gesundheitsversorger in der Ruhrmetropole, hatte am Dienstag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Das Land- und Amtsgericht Duisburg (Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 [via Wikimedia Commons])


Der Schritt sei notwendig geworden, weil die wirtschaftlichen Herausforderungen für das KKO immer größer geworden seien, teilte das Klinikum mit. Auch sei der finanzielle Spielraum immer enger geworden, um Restrukturierungsmaßnahmen aus eigener Kraft einzuleiten und durchzuführen.

„Eine Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und die Anordnung der Eigenverwaltung durch das Insolvenzgericht ist noch nicht erfolgt“, teilte Dr. Rolf Rausch, Pressesprecher des Amtsgerichts mit. Damit wird er der Betrieb aller KKO Einrichtungen in vorläufiger Eigenverwaltung fortgeführt. Das KKO ist Betreiber von drei Krankenhäusern, drei Altenheimen, vier Pflegediensten und drei Hospizen mit insgesamt 2.370 Mitarbeitern. Gesellschafter des Unternehmens sind drei Oberhausener Pfarreien sowie die Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen (BBE).

Mit seinem Schritt möchte das Klinikum, das über drei Standorte und zusätzlich drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize in Oberhauen verfügt, die Chance einer umfassenden und gesetzlich geschützten Neuausrichtung wahren.  „Das Verfahren ist in erster Linie ein Gesundungsprozess und damit eine einmalige Chance, um Projekte umzusetzen und Strukturen zu etablieren, für die wir ohne den Schutz dieses Verfahrens niemals genügend Zeit und Mittel bekommen hätten“, betonte Geschäftsführer Michael Boos.

Um die Neuausrichtung durchzuführen, hat der KKO-Aufsichtsrat Boos in Reinhard Wichels und Christian Eckert von der WMC Heatlthcare GmbH zwei weitere Geschäftsführer zur Seite gestellt. Die WMC war in der jüngeren Vergangenheit unter anderem in der Sanierung der insolventen Krankenhausträger Paracelsus, DRK-Kliniken und zuletzt bei der Katharina Kasper ViaSalus GmbH, einem Klinikkonzern im Besitz der katholischen Ordensgemeinschaft Dernbacher Schwestern, involviert.

Den Geschäftsführern stehen Dr. Christoph Niering sowie André Dobiey von der Kanzlei „Niering Stock Tömp“ (NST) zur Seite, die als Generalbevollmächtigte ernannt wurden. Komplettiert wird das Führungsteam nun durch Hennecke als unabhängiger Sachwalter. Seine Aufgabe ist es, innerhalb von drei Monaten ein Gutachten darüber zu erstellen, ob ein Insolvenzgrund besteht.

An sich hatte die KKO die WMC-Unternehmensberater im Juni für die Ausarbeitung eines Sanierungsplans ins Haus geholt. Doch das Ergebnis der Ist-Analyse zeigte schnell, dass hierfür nicht ausreichend Zeit blieb. Da Banken und Gesellschafter offenbar nicht für frisches Geld sorgen können oder wollten, musste mit dem frühzeitig beantragten Eigenverwaltungsverfahren eine drohende Zahlungsunfähigkeit im Herbst verhindert werden.
spe
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