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Erzbistum Paderborn: Unabhängige Missbrauchsstudie

Wie andere Diözesen hat nun auch das Erzbistum Paderborn eine unabhängige Missbrauchsstudie in Auftrag gegeben. Sprecher Benjamin Krysmann bestätigte am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Die auf drei Jahre angelegte Studie wird von der an der Universität Paderborn lehrenden Kirchenhistorikerin Nicole Priesching (47) geleitet.

(Foto: pixabay)

In der Untersuchung geht es den Angaben zufolge um die historische Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den Jahren zwischen 1941 und 2020. Rekonstruiert würden die Strukturen, die Missbrauchstaten durch Kleriker begünstigt oder ihre Aufdeckung verhindert haben. Laut Krysmann finanziert das Erzbistum Paderborn die Stelle einer Studienmitarbeiterin. Die Wissenschaftler arbeiteten aber frei und unabhängig.

Im Erzbistum Paderborn mindestens 197 Betroffene

Zunächst hatten die deutschen Bischöfe im Herbst 2018 die sogenannte MHG-Studie zu sexuellem Missbrauch vorgestellt. In den Kirchenakten der Jahre 1946 bis 2014 fanden sich Hinweise auf bundesweit 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und und 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute. Im Erzbistum Paderborn waren es mindestens 197 Betroffene und 111 beschuldigte Kleriker. Weitergehende unabhängige Untersuchungen durch Juristen, Sozialwissenschaftler oder Historiker haben daraufhin die Erzbistümer Köln und München sowie die Diözesen Essen, Limburg, Mainz und Münster in Auftrag gegeben, nun auch Paderborn.

Die Erzdiözese Köln verschob kurzfristig die für Donnerstag geplante Präsentation der von der Kanzlei „Westpfahl Spilker Wastl“ durchgeführten Studie. Die geplante Nennung von Verantwortlichen bedürfe noch einer rechtlichen Klärung und Absicherung, hieß es zur Begründung.

kna
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