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Forscher: Viele wollen „auch religiös“ mit der Krise umgehen

Gottesdienste sollten in Krisenzeiten nach Worten des Liturgiewissenschaftlers Benedikt Kranemann vor allem Lebensmut schenken. „Sie sollen nicht Vertröstung, sondern Trost und Perspektive geben“, schrieb er am Wochenende im Blog der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Vielen Menschen sei es ein Anliegen, „auch religiös mit der derzeitigen Krise umzugehen, das eigene kritische Fragen nicht zu unterdrücken, aber auch die Hoffnung nicht aufzugeben“.

(Foto: Boris Spernol)

Mit diesem Wunsch stünden die Menschen in einer langen Geschichte, so Kranemann. Katastrophen wie das Erdbeben von Lissabon oder Pandemien wie die Spanische Grippe hätten stets auch Spuren in der Frömmigkeitsgeschichte hinterlassen. „Sie haben Weltbilder erschüttert und auch Glaubenspraxis verändert“, so der Wissenschaftler. „Christliche Liturgie kann heute nicht mehr triumphalistisch daherkommen, sondern muss nüchtern aus Glauben leben.“

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