Ex-AfD-Politiker aus Essen Abteilungsleiter im Bistum Eichstätt

Das Bistum Eichstätt hat einen Juristen als Abteilungsleiter im Ordinariat eingestellt, der früher für die AfD in Essen Kommunalpolitik gemacht hat. Jochen Backes leitet seit 1. April die neue Abteilung „Weltliches Recht“ in der Zentralverwaltung, wie die Diözese am Freitag bekanntgab. Bisher war er in der Rechtsabteilung des Generalvikariats Essen tätig.

Der Eichstätter Dom von Südosten aus dem Domkreuzgang. (Foto: Bistum Eichstätt)

Backes sei im Bewerbungsprozess offen mit seinem politischen Engagement umgegangen und habe sich glaubhaft öffentlich gegen rechtsextremistische Tendenzen in der AfD positioniert, versicherte Generalvikar Peter Michael Huber. Das Bistum Eichstätt akzeptiere keine Beschäftigten, die Rechtsextremismus unterstützten. Im Übrigen freue sich die Diözese, dass sie einen qualifizierten Abteilungsleiter mit viel Berufserfahrung bei der Kirche habe gewinnen können. Nach Angaben des Bistums war Backes zunächst in der CDU, die er 2013 verließ. Nach seinem Parteiwechsel sei er 2014 für die AfD in den Essener Stadtrat eingezogen. Anfang 2015 sei er aus der AfD ausgetreten. „Grund dafür war aus meiner Sicht ein Rechtsruck der Partei“, erklärt Jochen Backes laut Mitteilung des Bistums. Mit dem Wechsel des Vorstands sei zu diesem Zeitpunkt die klare Grenze zum Rechtsextremismus, die für einen Wertkonservativen wesentlich sei, verwischt. „Deshalb war es für mich keine Frage, die Partei zu verlassen. Ich stehe voll und ganz hinter den Werten eines christlichen Menschenbildes“, so Backes weiter

Auch die Diözese Eichstätt distanziert sich ausdrücklich von jeder Form des Rechtsextremismus, der sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung und die Werte der katholischen Kirche wendet. Sie akzeptiert nicht, wenn Beschäftige eine solche Einstellung öffentlich unterstützen oder sich für sie einsetzen. „Das ist bei Jochen Backes nicht der Fall. Er hat sich öffentlich gegen rechtsextremistische Tendenzen in der AfD positioniert und fühlt sich christlichen Werten verpflichtet“, erklärt Generalvikar Pater Michael Huber. „Wir freuen uns, dass wir einen fachlich so qualifizierten Abteilungsleiter für die Diözese gewinnen konnten, der bereits viel Berufserfahrung im kirchlichen Bereich sammeln konnte.“

Die Hauptabteilung des Bistums Eichstätt soll „als zukunftsfähiger Dienstleister für Verwaltungsaufgaben das Ordinariat und die Pastoral unterstützen“. Die Anforderungen an die vielfältigen Aufgaben der Hauptabteilung haben in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Deshalb wurde die bestehende Hauptabteilung so umgestaltet, dass unter anderem eine Abteilung „Weltliches Recht“ entstanden ist.

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