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Missbrauch: Kommission fordert Heimkinder-Berichte konsequent aufzuarbeiten

Die Aufarbeitungskommission für sexuellen Missbrauch dringt auf eine konsequente Untersuchung von Heimkinder-Berichten. Als aktuelles Beispiel verwies das Gremium in seiner am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Mitteilung auf Berichte Betroffener im ehemaligen katholischen Piusheim im oberbayerischen Glonn. Neben der Aufarbeitung seien zudem „aufrichtige Gesten der Anerkennung der heute Verantwortlichen in Staat, Kirchen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden“ notwendig.

Die Mitglieder Aufarbeitungskommission für sexuellen Missbrauch (Foto: © Anja Müller?

In der einstigen Einrichtung für schwer erziehbare Jungen in Bayern im Landkreis Ebersberg soll es laut Berichten ehemaliger Heimkinder sexuelle Übergriffe gegeben haben. Das war Anfang April bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft hat demzufolge Vorermittlungen gegen einen früheren Erzieher und einen damals angehenden Priester eingeleitet.

Nach Angaben der Kommission haben Betroffene von sexueller Gewalt diese in ihrer Kindheit und Jugend in Heimeinrichtungen der Bundesrepublik und der DDR erlebt. Vielfach sei dies mit zahlreichen anderen Formen physischer und psychischer Gewaltanwendung, mit Demütigung und Erniedrigung einher gegangen. In den bisherigen Auswertungen der Kommission werde deutlich, wie sehr die Heimerziehung die gesamte Biografie nachhaltig beschädigt habe. Die Kommission sehe „einen erheblichen Aufarbeitungsbedarf“, auch um weiteres Leid von Betroffenen im Alter zu verhindern.

Notwendig sei eine umfassende Aufarbeitung der Heimerziehung in der Bundesrepublik und der DDR sowie die konsequente Betrachtung aller Einrichtungstypen bis in die Gegenwart. Es müsse eine genaue Nachzeichnung der Lebenswege geben.

Die Kommission hatte vor vier Jahren ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersucht Ausmaß und Folgen von Kindesmissbrauch in Deutschland. Dazu hört sie Betroffene an und wertet deren Berichte aus.

Kna
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