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Frauen veröffentlichen erstes gemeinsames Online-Gebet auf YouTube

Eigentlich lebt die Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ von ihren nachbarschaftlichen Themenabenden. Hierzu lädt sie üblicherweise mehrmals im Jahr ein. Pro Veranstaltung erreichen die Frauen so zumeist 80 bis 100 Besucherinnen verschiedener Glaubensrichtungen und unterschiedlichen Alters vor allem aus dem Duisburger Norden. Diese für die Verständigung und das gegenseitige Kennenlernen muslimischer und christlicher Frauen so wichtigen Veranstaltungen sind jetzt wegen Corona erstmal nicht mehr möglich.

Frauen aller Länder

(Foto: Stadtkirche Duisburg)

Um all jenen, die im Normalfall zu den eigentlich geplanten Themenabenden dieses Jahres gekommen wären, gerade jetzt in Zeiten von Corona und Kontaktsperre Mut, Hoffnung und Zuversicht zusprechen zu können, geht die Initiative nun neue digitale Wege. Gemeinsam veröffentlichen einige Mitglieder des Vorbereitungsteams deshalb am 19. Mai auf YouTube ihr erstes gemeinsames Online- Gebet. Hierfür haben die acht Frauen meditative Texte, Gebetsimpulse und Lieder zusammengestellt, die sie im Wechsel vortragen. Natürlich alles im gebotenen Abstand voneinander und erst vereint im Zusammenschnitt der einzelnen Beiträge zum gemeinsamen multireligiösen Gebet. Das etwa 25-minütige Video ist am 19. Mai ab 18.30 Uhr über folgenden Link

Das Datum der Veröffentlichung ist dabei nicht zufällig gewählt. Denn der 19. Mai 2020 gilt in christlicher Tradition als einer der sogenannten Bitttage vor Christi Himmelfahrt, an denen die Gläubigen um Gottes Segen für die aufblühende Natur und ihre Früchte sowie um einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit dem Nächsten und der Schöpfung bitten.

Bei den Muslimen gehört die Nacht vom 19. auf den 20. Mai als die 27. Nacht des Ramadans zu den Höhepunkten des diesjährigen Fastenmonats. In der so genannten „Nacht der Bestimmung“ gedenken muslimische Gläubige der Offenbarung der ersten Teile des Koran an den Propheten Mohammad. Bis zum Morgengrauen beten und lesen sie dann im Koran. Ort der nächtlichen Gebete ist dabei in der Regel die festlich geschmückte Moschee. Aber in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders und ein Besuch der Moschee für die meisten eher unwahrscheinlich. Das bedeutet für viele auch den Verzicht auf das Beten in Gemeinschaft mit anderen. Und das fällt schwer. Genauso wie es den Christen schon seit der Woche vor Ostern besonders schwer fällt, ihre Feiertage ohne die üblichen festlichen Gottesdienste zu verleben.

„Hier kann unser multireligiöses Gebet sicherlich kein wirklicher Ersatz sein“, wissen die Mitwirkenden. Aber vielleicht ist das Video für manche gerade jetzt ein gewisser Trost. Das zumindest hoffen die muslimischen und christlichen Frauen des Online-Gebets.

Akteure der Initiative „Frauen aller Länder laden ein“

  • FIB (Forum für Interkulturelle Information und Bildung) e.V.
  • Empathie e.V. (für Miteinander, Dialog und Kulturaustausch)
  • KFD Stadtverband Duisburg (katholische Frauengemeinschaft

    Deutschlands)

  • ev. Kirchengemeinde Duisburg-Hamborn
  • kath. Pfarrei St. Johann Duisburg-Hamborn

    Am interreligiösen Gebet mitgewirkt haben: Einführung und Musik:

    Schwester Mariotte Hillebrand, kath. Pfarrei St. Johann

    Sprecherinnen:

  • Irma Hauschild, kath. Pfarrei St. Johann
  • Andrea Maul, kath. Pfarrei St. Johann u. KFD Duisburg
  • Eva Wieczorek-Auer, kath. Stadtkirche Duisburg
  • Edith Bauer, ev. Kirchengemeinde Hamborn
  • Ayten Keser, Empathie e.V.
  • Zahide Gümüs, Empathie e.V. und FIB e.V.
  • Neslihan Kurt, FIB e.V.
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