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Studie: Gesichtsmasken führen zu Fehldeutungen

Die Emotionen von Gesichtsmasken-Trägern werden von anderen Menschen teils falsch gedeutet. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wahrnehmungspsychologen Claus-Christian Carbon von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Gesichtsmaske

(Symbolfoto: Orna Wachman/Pixabay)

Carbon testete laut Uni-Mitteilung vom Donnerstag systematisch, wie die in der Corona-Krise verbreiteten Gesichtsmasken die Lesbarkeit von Emotionen beeinflussen. An der Studie nahmen demnach 41 Menschen zwischen 18 und 87 Jahren teil. Sie hätten die emotionalen Ausdrücke von zwölf verschiedenen Gesichtern bewertet. Dabei sei es zu charakteristischen Fehlinterpretationen einzelner Emotionen gekommen.

„Der emotionale Zustand wurde gar nicht mehr wahrgenommen“

Beispielsweise hätten Teilnehmer einen deutlich angewiderten Gesichtsausdruck mit Maske als wütend eingeschätzt, erklärte Carbon. Emotionen wie Glück, Trauer und Wut hätten sie hingegen als neutral bewertet. „Der emotionale Zustand wurde also gar nicht mehr wahrgenommen“, so der Professor. Er ergänzte, der Eindruck, dass die soziale Interaktion durch das Tragen einer Maske beeinträchtigt werde, „stellt ein großes Hemmnis für das konsequente Tragen der Masken dar“. Carbon empfahl, in Masken-Zeiten vermehrt Körpersprache, Gesten und mündliche Kommunikation einsetzen, „um weiterhin effektiv sozial interagieren zu können“.

In der Studie wurde laut Mitteilung jedes Gesicht zufällig mit sechs verschiedenen Ausdrücken dargestellt: wütend, angewidert, ängstlich, glücklich, neutral und traurig. Insgesamt habe jede teilnehmende Person 144 Gesichtsstimuli erhalten.

kna
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