Bischof Gerber: Verantwortung auch für „virtuelle Gemeinde“

Die in der Corona-Krise entwickelten Livestream-Gottesdienste und virtuellen Gebetsangebote sind nach Ansicht des katholischen Fuldaer Bischofs Michael Gerber eine Chance für die Kirche. Insbesondere für manche jungen Menschen sei der Schritt über die Schwelle in ein Kirchengebäude sehr hoch, auch im eigenen Wohnort, sagte Gerber am Dienstag dem katholischen Kölner Internetportal domradio.de.

Bischof Michael Gerber (Foto: Dr. Arnulf Müller / Bistum Fulda)

Manche Jugendlichen schauten sich daher erst einmal im Internet an, ob ein kirchliches Angebot sie anspreche, und bekämen dann Mut, tatsächlich in eine Kirche zum Gottesdienst zu gehen. „Wir haben eine Verantwortung auch für die virtuelle Gemeinde“, sagte Gerber.

Er habe seit dem 14. März jeden Sonntag einen Livestream-Gottesdienst gefeiert, so der Bischof. Daraus sei ein „virtueller Kirchplatz“ entstanden. Er bekomme dort zu einer Predigt sehr schnell Rückmeldungen per Mail oder Facebook. Das habe ihm geholfen, sich zu vergegenwärtigen, wer da eigentlich vor dem Bildschirm sitze. Ein Livestream-Gottesdienst sei daher für ihn „inzwischen ein sehr reales Geschehen“, sagte Gerber.

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