Werbeanzeigen

Für AfD kein Platz auf Ökumenischen Kirchentag

Das Gemeinsame Präsidium des 3. Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) hat beschlossen, unter anderem auch Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) nicht als aktiv Mitwirkende zu der Veranstaltung in Frankfurt 2021 einzuladen. Auf dem ÖKT solle die „Vielschichtigkeit der gastgebenden Organisationen und ihrer Kirchen, der Teilnehmenden sowie der mitwirkenden Institutionen und Verbände des christlichen und öffentlichen Lebens“ abgebildet werden, heißt es in dem Beschlusspapier.

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren das Leitwort des 3. ÖKT: schaut hin (Foto: ÖKT)

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren das Leitwort des 3. ÖKT: schaut hin (Foto: ÖKT)

Deshalb hätten auch kritische Positionen ihren Platz beim 3. Ökumenischen Kirchentag. Trotzdem müsse man bei Personen, die „für rassistische oder antisemitische Überzeugungen eintreten und/oder für Positionen werben, die von einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder von einer ideologischen Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung geprägt sind“, eine Grenze ziehen. Dazu zählt das Präsidium laut Mitteilung vom Mittwoch auch Mitglieder der AfD.

Thematische Vielfalt bleibt unberührt

Bei den Kirchentreffen der vergangenen Jahre sorgte der Umgang mit der inzwischen im Bundestag vertretenen Partei immer wieder für Wirbel. Beim Katholikentag 2016 in Leipzig und beim Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund waren AfD-Politiker nicht eingeladen. Beim Katholikentag vor zwei Jahren in Münster gab es ein Podium mit Parteivertretern – beides war heftig umstritten.

„“Der Ökumenische Kirchentag will niemanden auf seinen Bühnen haben, der sich für die AfD exponiert“, sagte Kirchentags-Pressereferent Thomas Arzner sagte auf Anfrag. Man frage aber keinen nach seinem Parteibuch. Dem Beschluss des Kirchentags-Präsidiums zufolge werden Personen, die als Redner oder auf Podien mitwirken, aufgrund ihrer „spezifischen Expertise“ eingeladen.

Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt

Der Beschluss führt aus: „Die Auseinandersetzung mit rechtsextremen, antisemitischen und demokratiefeindlichen Positionen ist wichtiger Bestandteil des 3. ÖKT. Dabei stellen wir uns auch unserer eigenen Verantwortung, indem wir uns fragen lassen, wie wir mit diesem Gedankengut umgehen, das bis in die Kirchen und Kirchengemeinden gelangt ist. Der ÖKT wird Veranstaltungen anbieten, um Grauzonen und Grenzen aufzuzeigen und die Unvereinbarkeit zu christlichen Überzeugungen herauszuarbeiten.“

Die thematische Vielfalt des Ökumenischen Kirchentages bleibe von dem Beschluss des Gemeinsamen Präsidiums unberührt. Im Gegenteil: Der 3. Ökumenische Kirchentag solle ein Ort sein, der aktuelle Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Kirche prominent benennt und ihre Ursachen erforscht.

Der 3. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt. Er wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Um ein Fest des Glaubens zu feiern und über die Fragen der Zeit nachzudenken und zu diskutieren, werden über 100.000 Teilnehmende jeden Alters, unterschiedlicher Religionen und Herkunft erwartet. Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt.

Der Beschluss im Wortlaut

Werbeanzeigen
Neues Ruhr-Wort

Kostenfrei
Ansehen