Kardinal Marx: Brauchen Abkehr von der Isolation der Schwachen

Die Corona-Pandemie hat nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx dazu beigetragen, einen neuen Blick auf die Schwachen der Gesellschaft zu richten. Alte, Einsame und Benachteiligte dürften nicht abgeschoben werden, sondern müssten integriert werden, forderte Marx am Mittwoch bei einem Gottesdienst, mit dem er den Caritas-Mitarbeitenden für deren Engagement in der Krise dankte. Es brauche eine Abkehr von der „Isolation der Schwachen von den Starken“. Dies gelte auch für die Obdachlosen, die Flüchtlinge und die Menschen mit Behinderung.

Kardinal Reinhard Marx (hier beim Katholikentag in Regensburg 2014).
Foto: © Nadine Malzkorn / Katholikentag

Es sei zwar wichtig, dass sich die Wirtschaft von der Krise erhole, so der Erzbischof von München und Freising weiter. „Aber es geht nicht nur um die Produktivität von ökonomischen Ergebnissen“, sondern auch um ein gutes Leben in der Gesellschaft, den Familien, den Schulen und den Kindergärten. Mit Blick auf das Wort vom „Social Distancing“ sagte Marx, das sei zwar das Leitwort der vergangenen Monate und werde es auch bleiben. Die Pandemie bedeute: „Wir können vielleicht nicht so nah sein, wie wir möchten. Und doch müssen wir es“.

Plädoyer für gute Arbeitsbedingungen in der Pflege

Der Kardinal würdigte auch jene über die Mitarbeitenden hinaus, die sich in der Pflege, in den Einrichtungen, aber auch zu Hause engagiert hätten, um Nähe spürbar zu machen, um „‚Social Distancing‘ nicht zu einer Erfahrung der Entfernung werden zu lassen“. Dies geschehe unter kaum vorhersehbaren Bedingungen, da jede Woche neue Vorschriften hinzugekommen seien. Die gesellschaftliche Wertschätzung für dieses Engagement müsse auch über die Corona-Krise hinaus bewahrt bleiben und sich in guten Arbeitsbedingungen, etwa in der Pflegebranche, widerspiegeln, forderte Marx.

kna
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