Friedensnobelpreis: Papst gratuliert Perez Esquivel

Papst Franziskus hat anlässlich des 40. Jahrestags der Verleihung des Friedensnobelpreis an Adolfo Perez Esquivel (88) seinem Landsmann gratuliert. Er wissen, dass dieser Jahrestag im Herzen eines jeden gefeiert werde und wolle aus der Ferne daran teilhaben, sagte Franziskus laut der Tageszeitung „Pagina 12“ (Donnerstag). Der argentinische Künstler und Menschenrechtler Adolfo Perez Esquivel wird am 26. November 89 Jahre alt. Für seinen Kampf gegen das Unrecht der Militärdiktatur in seinem Land (1976-1983) erhielt er 1980 den Friedensnobelpreis.

Papst Franziskus

Papst Franziskus (Papst Franziskus (Foto: © NeneoDreamstime.com))

Bis heute setzt er sich aktiv für eine gerechte Verteilung von Ressourcen und Gütern, für die Rechte von Minderheiten und sozial Ausgegrenzten sowie für eine juristische Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen ein. Den amtierenden Papst Franziskus nahm Perez bei einer Begegnung unmittelbar nach dessen Wahl 2013 vor Anschuldigungen hinsichtlich seiner Rolle während der Militärdiktatur in Schutz. „Der Papst hatte nichts mit der Diktatur zu tun. Er war weder ein Komplize der Diktatur, noch gehörte er zu jenen Bischöfen, die sich am meisten für die Menschenrechte einsetzten“, so der Bürgerrechtler. Jorge Mario Bergoglio war ab 1973 Leiter der argentinischen Provinz des Jesuitenordens. In der Diktaturzeit habe er „auf stille Diplomatie gesetzt, um nach Verhafteten und Verschleppten zu forschen“, so Perez.

Professor für Architektur

Am 26. November 1931 in Buenos Aires als Sohn eines Fischers geboren, verlor er schon mit drei Jahren die Mutter. Perez Esquivel schaffte den Sprung zu höherer Bildung und wurde in den 60er Jahren Professor für Architektur. 1968 gehörte er zu den Begründern der Menschenrechtsdachorganisation SERPAJ (Dienst für Frieden und Gerechtigkeit), die sich dem Kampf gegen die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten und gegen staatliche Unterdrückung in Argentinien widmete. 1974 gab er seine Professorentätigkeit auf und widmete sich ganz der Menschenrechtsarbeit.

Während der Militärdiktatur wurde Perez verhaftet und verbrachte mehrere Monate in Haft. Sein Todesflug im Mai 1977, als er wie viele seiner Landsleute über dem Rio de la Plata abgeworfen werden sollte, wurde im letzten Moment abgebrochen. Er selbst führt seine Rettung auf internationale Interventionen von Menschenrechtsgruppen und kirchlichen Organisationen zurück.

Unterstützung der sozialistischen Regierung in Venezuela

Kritiker werfen ihm heute vor, die sozialistische Regierung in Venezuela zu unterstützen, obwohl Menschenrechtsorganisationen und die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet Präsident Nicolas Maduro außergerichtliche Hinrichtungen und Folter vorwerfen.

kna
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