Nizza: Tote bei Messerattacke in Kirche

Die Basilika Notre-Dame in Nizza (Symbolfoto: © Elvira KolomiytsevaDreamstime.com)

Bei einer Messerattacke in der Basilika Notre-Dame in Nizza sind am Donnerstagmorgen drei Menschen getötet worden, zwei Frauen sowie der Aufseher der Kirche. Weitere Personen seien verletzt, berichten französische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben.

Morde in Nizza ereignen sich in Kirche

Der Täter sei gefasst und vernommen worden. Er sei von Kugeln verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Die Morde ereigneten sich demnach in der Kirche; das dritte Opfer starb in einer Gaststätte vor der Basilika, in die sie sich schwer verletzt geflüchtet hatte. Offenbar schnitt der Täter der Frau in der Kirche die Kehle durch und erstach den Wächter.

Laut der Boulevardzeitung Bild sei unter Berufung auf französische Medien, eines der Opfer, eine 70-jährige Frau, geköpft worden sein. Bereits vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Pariser Vorort von einem Islamisten brutal getötet worden. Er hatte im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit auch über Mohammed-Karikaturen hatte. Das Verbrechen löste landesweit Entsetzen aus. Zehntausende demonstrierten.

Sondereinheit prüft terroristischen Hintergrund

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi erklärte, alles deute auf eine terroristische Tat hin. Laut Estrosi soll der Attentäter vor seinem Angriff „Allahu Akbar“ gerufen haben. Eine Terrorsondereinheit ermittelt. In der Pariser Nationalversammlung fand eine Schweigeminute statt. Innenminister Gerald Darmanin kündigte eine Krisensitzung an. Staatspräsident Emmanuel Macron wollte sich unverzüglich zum Tatort begeben.

Der Französische Islamrat (CFCM) verurteilte die Bluttat scharf und rief die Muslime in Frankreich auf, alle Feiern zum Geburtstag des Propheten Mohammed abzusagen. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort, äußerte sich bestürzt und rief zum gebet für die Opfer und Angehörigen auf.

Die Bischofskonferenz sprach von einer „unaussprechlichen“ Tat. Christen dürften nicht zur Zielscheibe für Tötungen werden, so der Sprecher Hugues de Woillemont. Es gelte, die „Brandwunde des Terrorismus zu bekämpfen“ und „brüderlich in unserem Land zusammenzustehen“.

Notre-Dame ist die größte Kirche in Nizza

Die Basilika Notre-Dame ist die größte Kirche von Nizza und liegt im Stadtzentrum. Sie wurde zwischen 1864 und 1868 errichtet und knüpft an gotische Vorbilder an.

„Wir waren seit zwei, drei Tagen gewarnt, dass es vor Allerheiligen zu weiteren Anschlägen kommen könnte“, sagte Gil Florini, der Dekan in Nizza, im französischen Fernseh-Sender BFM. „Denn einige ziehen eine Verbindung zwischen dem christlichen Totenfest und einer Erhöhung der Zahl der Toten. Wir waren schon ein wenig auf der Hut, aber wir dachten nicht, dass es auf diese Weise geschieht.“

kna/rwm

Update 13.50

Vier Tote bei islamistischen Angriffen in Frankreich

Bei einer Messerattacke in der Basilika Notre-Dame in Nizza sind am Donnerstagmorgen drei Menschen getötet worden, zwei Frauen sowie der Aufseher der Kirche. Sechs weitere Personen seien verletzt, berichten französische Medien. Der Täter, der mehrfach „Allahu akbar“ (Gott ist groß) geschrien habe, sei vor der Kirche von Polizisten angeschossen und ins Krankenhaus gebracht worden. In Südfrankreich wurde ein weiterer mutmaßlich islamistischer Angreifer erschossen. Premierminister Jean Castex rief landesweit die höchste Terrorwarnstufe aus.

Die Morde von Nizza ereigneten sich den Berichten zufolge in der Kirche. Das dritte Opfer starb demnach in einer Gaststätte vor der Basilika, in die sich die Frau schwer verletzt geflüchtet hatte. Offenbar schnitt der Täter einer 70-Jährigen in der Kirche die Kehle durch und stach dem Aufseher in den Hals. Bei dem Täter handelt es sich laut Medienberichten um einen 21-jährigen Tunesier, der Anfang Oktober über Lampedusa ins Land kam. Er habe kein Asyl beantragt.

Staatspräsident Emmanuel Macron begab sich am Nachmittag zum Tatort. Er sprach von einem „Angriff auf Frankreich“ und kündigte verstärkten Schutz von Schulen und Kultorten durch 3.000 bis 7.000 Sicherheitskräften an. Er rief die Franzosen auf, nicht vor dem Terror zurückzuweichen.

Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi geht von einer terroristischen Tat aus. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt. In der Pariser Nationalversammlung fand eine Schweigeminute statt. Innenminister Gerald Darmanin kündigte eine Krisensitzung an. Staatspräsident Emmanuel Macron wollte sich am Nachmittag zum Tatort begeben.

Auch in einem Vorort von Avignon in Südfrankreich gab es einen islamistischen Vorfall. In Montfavet bedrohte ein Mann laut Polizeiangaben mehrere Passanten mit einer Pistole. Medien berichten, er habe ebenfalls „Allahu Akbar“ geschrien. Polizisten hätten den Mann erschossen, hieß es.

Französischer Islamrat verurteilte die Bluttat

Der Französische Islamrat (CFCM) verurteilte die Bluttat von Nizza scharf und rief die Muslime in Frankreich auf, alle Feiern zum Geburtstag des Propheten Mohammed abzusagen. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort, äußerte sich bestürzt und rief zum Gebet für die Opfer und Angehörigen auf.

Die Französische Bischofskonferenz sprach von einer „unaussprechlichen“ Tat. Christen dürften nicht zur Zielscheibe für Tötungen werden, so der Sprecher Hugues de Woillemont. Es gelte, die „Brandwunde des Terrorismus zu bekämpfen“ und „brüderlich in unserem Land zusammenzustehen“.

Papst Franziskus betet für die Opfer

Der Vatikan teilte mit, Papst Franziskus bete für die Opfer und ihre Angehörigen und darum, dass wir „uns wieder als Brüder und Schwestern und nicht als Feinde betrachten“. Frankreich solle „mit dem Guten auf das Böse reagieren“. EU-Parlamentspräsident David Sassoli rief via Twitter zu Geschlossenheit auf: „Wir haben die Pflicht, gegen Gewalt und gegen jene zusammenzustehen, die aufhetzen wollen und Hass verbreiten.“

Der afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah twitterte: „Der Islamismus ist ein monströser Fanatismus, der mit Macht und Entschlossenheit bekämpft werden muss.“ Von allein würden die Islamisten ihren „Krieg“ nicht stoppen. Die Afrikaner wüssten das nur allzu gut. „Die Barbaren sind immer die Feinde des Friedens“, so der aus Guinea stammende Leiter der Gottesdienstkongregation. Nun müsse der Westen – „heute Frankreich“ – lernen, dies zu verstehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich „tief erschüttert“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich „tief erschüttert“. Sie versicherte Frankreich „in diesen schweren Stunden Deutschlands Solidarität“. EU-Parlamentspräsident David Sassoli rief ebenfalls zu Geschlossenheit auf: „Wir haben die Pflicht, gegen Gewalt und gegen jene zusammenzustehen, die aufhetzen wollen und Hass verbreiten.“

Malaysias Ex-Premierminister Mohammed Mahathir sprach Muslimen ein Recht „zur Bestrafung Frankreichs für seine Missetaten“. An die Adresse Macrons twitterte der zweimalige Regierungschef: „Weil Sie alle Muslime und die Religion der Muslime für das verantwortlich gemacht haben, was von einer wütenden Person getan wurde, haben die Muslime das Recht, die Franzosen zu bestrafen.“ Die Morde in Frankreich heiße er als Muslim aber nicht gut. Der französische Staatssekretär Cedric O verlangte eine Stilllegung von Mahatirs Twitter-Acount.

Alexander Brüggemann (KNA)