Kirchentag vor Absage?

In den nächsten Tagen soll die Entscheidung fallen, ob der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 in Frankfurt abgesagt wird. „Noch ist nichts entscheiden“, sagte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, am Dienstagabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, der Kirchentag stehe wegen der Corona-Krise vor der Absage.

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren das Leitwort des 3. ÖKT: schaut hin (Foto: ÖKT)

Präsident Thomas Sternberg, Bischof Georg Bätzing, Kirchenpräsident Volker Jung und Präsidentin Bettina Limperg präsentieren das Leitwort des 3. ÖKT: schaut hin (Foto: ÖKT)

Die Zeitung beruft sich auf Uwe Becker (CDU), Bürgermeister, Kämmerer und Kirchendezernent der Stadt Frankfurt. Dieser habe angedeutet, dass an einer Absage wohl kein Weg vorbeiführen werde. Bei aller Freude über dieses Fest des Glaubens und Miteinanders stelle sich die Frage, ob eine solche Großveranstaltung mit 30.000 oder mehr Teilnehmernob eine solche Großveranstaltung mit 30.000 oder mehr Teilnehmern in Corona-Zeiten zu verantworten sei.

Wann fällt die Entscheidung für den ÖKT?

„Wir verstehen die schwierige Situation der Stadt Frankfurt“, sagte Frings der KNA. Auch die Veranstalter, Deutscher Evangelischer Kirchentag DEKT und ZdK, prüften seit geraumer Zeit alle Möglichkeiten. Man werde „in den nächsten Tagen mit den Verantwortlichen der Stadt sprechen“. Auch wolle das ÖKT-Präsidium „mit den Leitungsgremien zeitnah beraten“. Auch das Bistum Limburg und die Evangelische Kirche Hessen und Nassau (EKHN) seien daran beteiligt.

Becker hatte der FAZ gesagt, die Organisation eines Kirchentages benötige ein halbes Jahr Vorlauf; daher könne die Entscheidung nicht weiter hinausgeschoben werden. Zuletzt hatten die Verantwortlichen noch angekündigt, der 3. Ökumenische Kirchentag solle trotz der Pandemie stattfinden. Das damit verbundene Hygienekonzept geht allerdings nur noch von 30.000 Teilnehmern aus anstelle der ursprünglich erwarteten 100.000.

Frankfurt verweist auf Corona-Zahlen

Die Sprecherin von Bürgermeister Becker, Wiebke Reimann, sagte am Mittwoch der KNA: „Die Stadt ist natürlich auch weiterhin ein verlässlicher Partner für den Ökumenischen Kirchentag.“ Sehr zeitnah fänden Gespräche zwischen der Stadt Frankfurt und den Veranstaltern des Kirchentages statt. Die Stadt selbst sei Veranstaltungsort, nicht aber Veranstalter des Christentreffens. Reimann betonte, dass die Stadt den Kirchentag von Anfang gewollt habe, „nur im Moment sind die Corona-Fallzahlen so wie sie sind“, sagte sie. Da müsse man auch realistisch sein. Auf die Frage, ob die Stadt zu einer Absage tendiere, sagte die Sprecherin, noch sei nichts entschieden.

Der dritte Ökumenische Kirchentag ist vom 12. bis 16. Mai 2021 in der Mainmetropole geplant. Das Leitwort lautet: „schaut hin“. Den ersten Ökumenischen Kirchentag gab es 2003 in Berlin, den zweiten 2010 in München.

kna