Woelki trennt sich von Kommunikationsdirektor

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) trennt sich von seinem Kommunikationsdirektor Markus Günther (55). Günther kehre in die USA zurück, teilte die Erzdiözese am Dienstag mit.
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) trennt sich von seinem Kommunikationsdirektor Markus Günther (55). Günther kehre in die USA zurück, teilte die Erzdiözese am Dienstag mit. "Ich gehe im Guten und freue mich darauf, wieder mehr Zeit für meine Familie und mehr Zeit zum Schreiben zu haben", erklärte der promovierte Historiker. Seine Aufgabe übernimmt übergangsweise der frühere Geschäftsführer des Online-Portals domradio.de, Hermann-Josef Johanns.

Kardinal Rainer Maria Woelki (Foto: © bilder-erzbistum-koeln.de/Reiner Diart)

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) trennt sich von seinem Kommunikationsdirektor Markus Günther (55). Günther kehre in die USA zurück, teilte die Erzdiözese am Dienstag mit. „Ich gehe im Guten und freue mich darauf, wieder mehr Zeit für meine Familie und mehr Zeit zum Schreiben zu haben“, erklärte der promovierte Historiker. Seine Aufgabe übernimmt übergangsweise der frühere Geschäftsführer des Online-Portals domradio.de, Hermann-Josef Johanns.

Seit längerer Zeit Unstimmigkeiten

Kirchenkreisen zufolge gab es zwischen Günther und Erzbischof Woelki seit längerer Zeit Unstimmigkeiten. Der Medienexperte soll dem Kardinal geraten haben, das Gutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zum Umgang mit Missbrauchsfällen zu veröffentlichen. Woelki will es aber wegen „methodischer Mängel“ vorerst nicht publizieren lassen. Die Erzdiözese beauftragte den Strafrechtler Björn Gercke mit einer neuen Untersuchung, die spätestens im März 2021 vorliegen soll. Das Vorgehen hat inner- und außerhalb der Kirche zu massiver Kritik geführt.

Günther trat sein Amt am 1. Februar 2019 an. Er war nach Ansgar Mayer (48) und Thomas Juncker (65) der dritte Kommunikationsdirektor innerhalb kurzer Zeit im Erzbistum Köln. Mayer legte sein Amt nach einem umstrittenen Tweet über die AfD zum Jahresende 2017 nieder. Er hatte Juncker am 1. Februar 2016 abgelöst, der nach rund drei Jahren Aufgaben außerhalb der Erzdiözese wahrnahm. Über die Trennung von Günther berichtete zuerst der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Günther studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Bochum, Lyon und Montreal und wurde im Fach Neuere Geschichte promoviert. Nach einem Volontariat bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) war er als Korrespondent in Brüssel und später in den USA tätig. Von 2009 bis 2012 war er Chefredakteur der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“. Ab 2012 wirkte er als Berater der Geschäftsführung für die Verlagsgruppe Weltbild. Günther schrieb auch Sachbücher, Essays, Prosa und Romane.

Werbung