Evangelische Kirche Westfalen rät von Präsenzgottesdiensten ab

In der Debatte über Gottesdienste rund um Weihnachten empfiehlt die Evangelische Kirche von Westfalen allen Pfarreien den Verzicht auf öffentliche Veranstaltungen.
In der Debatte über Gottesdienste rund um Weihnachten empfiehlt die Evangelische Kirche von Westfalen allen Pfarreien den Verzicht auf öffentliche Veranstaltungen.

Annette Kurschus. Foto: EKvW / Jörg Dieckmann

In der Debatte über Gottesdienste rund um Weihnachten empfiehlt die Evangelische Kirche von Westfalen allen Pfarreien den Verzicht auf öffentliche Veranstaltungen. In einer am Dienstagabend veröffentlichten Erklärung heißt es, man rate „dringend, ab sofort und über die Weihnachtsfeiertage – voraussichtlich – bis zum 10.01.2021 auf alle Präsenzgottesdienste und andere kirchliche Versammlungen (in Gebäuden und unter freiem Himmel) zu verzichten“.

Andere evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer halten bisher an ihren Plänen fest, zumindest einige Gottesdienste in und um die Kirchen anzubieten, natürlich unter Einhaltung strengster Hygieneregeln.

„Schweren Herzens“ habe man sich nach intensiven Beratungen zu den aktuellen Verzichtsempfehlungen durchgerungen, erklärte Präses Annette Kurschus weiter. Auch wenn den Kirchen aufgrund der Religionsfreiheit das Feiern von Gottesdiensten nicht untersagt sei, halte man es „angesichts der gegenwärtigen und deutlich veränderten Lage – trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte – für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden“.

Darin erkenne die Evangelische Kirche von Westfalen – „im Respekt vor den Entscheidungen anderer Landeskirchen und Bistümer – zu diesem Weihnachtsfest unseren Auftrag, der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen“.

Kurschus dankte zugleich den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die in den letzten Wochen mit sehr hohem Einsatz Gottesdienste in neuen Formaten und mit sehr aufwendigen Konzepten vorbereitet hätten: „Gerade mit Blick auf ihr Engagement ist uns die Entscheidung zusätzlich schwer geworden.“

Kurschus verwies auf zahlreiche Gottesdienste im Internet sowie in Radio und Fernsehen. Natürlich seien aber die meisten Kirchen als Orte der Stille und des Gebets geöffnet. Zudem seien Pfarrerinnen und Pfarrer und viele Ehrenamtliche erreichbar für Menschen, die einsam sind. Auch Bestattungen werde es weiterhin geben unter Einhaltung der geltenden Schutzverordnungen, ergänzte Kurschus.

kna
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