Bätzing: Argumente gegen Priesterinnen überzeugen immer weniger

Nach Ansicht des Limburger Bischofs Georg Bätzing wird es immer schwieriger, das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche zu begründen.
Nach Ansicht des Limburger Bischofs Georg Bätzing wird es immer schwieriger, das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche zu begründen. Ihm liege viel daran, "die Argumente der Kirche, warum das sakramentale Amt nur Männern zukommen kann, redlich zu nennen", sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz im Interview der "Herder Korrespondenz" (Januar): "Aber ich muss ehrlich sagen: Ich nehme eben genauso wahr, dass diese Argumente immer weniger überzeugen und dass es in der Theologie gut herausgearbeitete Argumente gibt, die dafür sprechen, dass das sakramentale Amt auch für Frauen zu öffnen wäre."

Bischof Dr. Georg Bätzing (Foto: Bistum Limburg)

Nach Ansicht des Limburger Bischofs Georg Bätzing wird es immer schwieriger, das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche zu begründen. Ihm liege viel daran, „die Argumente der Kirche, warum das sakramentale Amt nur Männern zukommen kann, redlich zu nennen“, sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz im Interview der „Herder Korrespondenz“ (Januar): „Aber ich muss ehrlich sagen: Ich nehme eben genauso wahr, dass diese Argumente immer weniger überzeugen und dass es in der Theologie gut herausgearbeitete Argumente gibt, die dafür sprechen, dass das sakramentale Amt auch für Frauen zu öffnen wäre.“

Diakonenweihe als erste Stufe vor der Priester- und Bischofsweihe

Als ersten Schritt nenne er hier oft das Diakonat der Frau, also die Diakonenweihe als erste Stufe vor der Priester- und Bischofsweihe. Denn hier sehe er einen Spielraum, so Bätzing: „Für das Amt des Priesters haben die Päpste seit Johannes Paul II. unisono gesagt, die Frage sei beantwortet – und trotzdem ist sie auf dem Tisch.“ Johannes Paul II. hatte 1994 erklärt, die Kirche habe „keinerlei Vollmacht“, Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Ergänzend hatte er betont, „dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“. Zur Begründung wird unter anderem immer wieder angeführt, dass Jesus nur Männer zu Aposteln und Nachfolgern berufen habe.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte in seiner aktuellen Weihnachtspredigt das Nein zum Frauenpriestertum auch damit begründet, dass die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen davon ausgingen, dass zur Repräsentation Christi, des Hauptes der Kirche, von seiner natürlichen Zeichenhaftigkeit her das männliche Geschlecht gehöre. Weil Frauen nicht katholische Priesterinnen werden dürfen, ist ihnen damit auch die Weihe zur Diakonin verwehrt, solange diese als erste Stufe des Weiheamts angesehen wird und damit als untrennbar verbunden mit dem Priesteramt.

Frauen stärker an der Verkündigung im Gottesdienst beteiligen

Papst Franziskus spricht sich zwar immer wieder für eine stärkere Beteiligung von Frauen aus, lehnt aber bisher Weiheämter für Frauen ab. Wer die Mitwirkung von Frauen in der Kirche nur mit der Zulassung zur Weihe stärken wolle, greife zu kurz und „klerikalisiere“ Frauen, schrieb er unter anderem. Zugleich setzte er aber auch eine Kommission zum Thema Diakonat der Frau ein.

Bätzing sprach sich in dem Interview außerdem dafür aus, Frauen stärker an der Verkündigung im Gottesdienst zu beteiligen – bis hin zur Predigt. Die bisherige Rechtslage in der Kirche sehe vor, dass Verkündigung und Leitung der Eucharistiefeier in einer Person zusammenbleiben, also beim Priester. „Meine persönliche Meinung ist, dass es da mehr Spielraum geben sollte, als wir ihn jetzt haben“, betonte der Bischof: „Ich wünsche mir, mehr Frauen und generell Laien an der Verkündigung in der Eucharistiefeier zu beteiligen, weil das Zeugnis aller Christen bereichernd ist – auch für uns Priester.“

kna
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