Medizinethiker über Impfpflicht in bestimmten Berufen

Medizinethiker rechnet mit Der Medizinethiker und Theologe Matthias Beck hält eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für denkbar.
Köln –  Der Medizinethiker und Theologe Matthias Beck hält eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für denkbar. "Das wird kommen", sagte der Wiener Professor am Mittwoch in der aktuellen Ausgabe des Podcasts "Himmelklar". Denkbar sei eine solche Regelung für Personal in Kindergärten, Schulen und der Pflege.

(Symbolbild von WikiImages auf Pixabay)

Der Medizinethiker und Theologe Matthias Beck hält eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für denkbar. „Das wird kommen“, sagte der Wiener Professor am Mittwoch in der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Himmelklar“. Denkbar sei eine solche Regelung für Personal in Kindergärten, Schulen und der Pflege.

Beck warnt vor einer „Zweiklassengesellschaft“

Dagegen warnte Beck vor einer „Zweiklassengesellschaft“, in der geimpfte Personen etwa wieder ins Theater gehen könnten. Auch aus medizinischer Sicht brauche es weiterhin Solidarität: „Wir wissen immer noch nicht, ob die Impfung wirklich davor schützt, den anderen anzustecken. Bisher, solange wir mehr nicht wissen, brauchen wir weiterhin Abstand und Mund-Nasen-Schutz.“

Aktuell laufe die Gesellschaft „auf der Rasierklinge“, sagte der Wissenschaftler. Im Hinblick auf Panikmache und Corona-Leugner sprach er von einer „Bankrott-Erklärung der menschlichen Vernunft“. Problematisch sei auch das Anspruchsdenken vieler Menschen. „Wir halten alles für selbstverständlich: Die Milch kommt vom Supermarkt, das Licht brennt und die Heizung funktioniert.“ All das sei jedoch nicht selbstverständlich, mahnte Beck. Vielmehr könne man für diese Dinge dankbar sein und Rücksicht auf andere nehmen, die weniger hätten.

Zusammenhang des Virus mit Klimaerwärmung und Artensterben?

Beck verwies auf Aussagen von Forschern, nach denen das Virus mit der Klimaerwärmung und dem Artensterben zusammenhängen könnte. „Wir müssen herunterfahren, wir müssen wieder zu uns kommen“, betonte er. Viele Menschen fühlten sich derzeit einsam, „selbst die Gemeinschaft der Kirche fällt weg“. Im Hinblick auf die kommende Fastenzeit zitierte der Forscher die mittelalterliche Mystik: „Nimm dein Selbst wahr“, riet er. „Nimm dich in deiner Ausgesetztheit wahr.“

Der Mensch sei grundsätzlich alleine, auch wenn er Familie und Gemeinschaft brauche, erklärte der Theologe: „Ich muss mein Leben leben. Ich muss es verantworten. Und ich werde meinen Tod sterben, selbst wenn mir jemand die Hand hält.“ Insofern sei das Christentum eine „Religion des Einzelnen.“ Daraus könne indes die Hoffnung erwachsen, „dass ich mich in meiner Einsamkeit, in meinem Innersten an Gott wenden kann“.

kna
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