Aschermittwoch-Aufrufe zu Solidarität

Christen in aller Welt haben am Aschermittwoch den Auftakt zur Fastenzeit begangen. Papst Franziskus rief im Vatikan zur Umkehr auf.
Christen in aller Welt haben am Aschermittwoch den Auftakt zur Fastenzeit begangen. Papst Franziskus rief im Vatikan zur Umkehr auf. "Im Leben werden wir immer irgendwelche Dinge zu tun haben und Ausreden finden, aber jetzt ist es an der Zeit, zu Gott zurückzukehren", sagte der Papst. Die Fastenzeit sei dazu da, "die Wege zu überprüfen, die wir gehen".

Papst Franziskus (Archivfoto: © Palinchak | Dreamstime.com)

Christen in aller Welt haben am Aschermittwoch den Auftakt zur Fastenzeit begangen. Papst Franziskus rief im Vatikan zur Umkehr auf. „Im Leben werden wir immer irgendwelche Dinge zu tun haben und Ausreden finden, aber jetzt ist es an der Zeit, zu Gott zurückzukehren“, sagte der Papst. Die Fastenzeit sei dazu da, „die Wege zu überprüfen, die wir gehen“. Die Rückkehr zu Gott werde „durch unsere krankhaften Anhänglichkeiten behindert“, mahnte der Papst. Sie werde aufgehalten „durch die verführerischen Schlingen des Lasters, durch die falsche Sicherheit des Geldes und des Scheins, durch das lähmende Gejammer, sich als Opfer zu sehen“. Diese Illusionen müssten entlarvt werden.

Overbeck: Umkehr notwwendig

Bischöfe in Deutschland riefen anlässlich des Aschermittwochs zu Solidarität in der Corona-Krise auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sieht wegen der coronabedingten Einschränkungen zunehmende Spannungen in der Gesellschaft und eine Verschärfung der „Kluft im sozialen Miteinander“. Es gebe ein erhebliches Dilemma: „Der Abstand, der hier das Leben schützt, hat woanders gravierende Auswirkungen auf Zukunft und Perspektiven“, sagte der Limburger Bischof. Bätzing rief zudem dazu auf, Arbeitskollegen, Freunden oder Familienmitgliedern zu verzeihen und sie um Verzeihung zu bitten für „gereizte Stimmung, ein unbedachtes Wort, die Unausgeglichenheit, Antriebslosigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit, Rückzugstendenzen, ungebührliche Gedanken – und alles, was sich so eingestellt hat.“

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck forderte einen geschärften Blick für die Verlierer der Pandemie. „Da, wo unser Wirtschaftssystem zu wenig die Würde der Einzelnen und die Nöte der Kleinen, Armen und Bedrängten nicht richtig einschätzt, ist Umkehr notwendig“, so der Ruhrbischof. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hob den Wert von „Verzicht“ hervor. Verzicht tue nicht nur jedem selbst gut, „sondern hat wesentlich auch einen sozialen Bezug, drückt Barmherzigkeit und Solidarität aus und steht im Zusammenhang mit dem Gemeinwohl“, schreibt Feige in der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“.

Aufruf zu mehr Solidarität mit den Ärmsten

Der Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) riefen zu mehr Solidarität mit den Ärmsten der Welt auf. „Menschen auf der ganzen Welt nutzen jedes Jahr die Wochen bis zum Osterfest, um sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und auch um zu verzichten und umzudenken. Globalisierung muss gerechter gestaltet werden“, erklärte Müller. Covid-19 treffe die Ärmsten der Armen in den Entwicklungsländern am härtesten. Spiegel verwies auf das Motto der diesjährigen Misereor-Fastenaktion „Es geht. Anders!“. Damit verbinde sich die Einladung zu einer Neuausrichtung der Lebensweisen. Die Pandemie zeige wie durch ein Brennglas Ungleichheiten und Schieflagen.

Augsburgs Bischof Bertram Meier nahm den Auftakt der österlichen Bußzeit zum Anlass, um Entschuldigung für seine vorzeitige Impfung zum Schutz vor Covid-19 zu bitten. Er sei „einer Versuchung erlegen“. Er habe sich impfen lassen, da er wegen zahlreicher Corona-Infektionen in seinem Umfeld „damals überzeugt war, damit das Beste für die Menschen zu tun, mit denen ich zusammenarbeite oder die ich in meinem bischöflichen Dienst treffe“. Heute sehe er, dass die Impfung „ein Fehler“ gewesen sei.

Von Rainer Nolte (KNA)

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