Erzbistum Freiburg beschließt Großpfarreien

Im Erzbistum Freiburg wird es künftig nur noch 36 Großpfarreien geben. Sie lösen die bisherigen Strukturen mit 224 Seelsorgeeinheiten und rund 1.000 Einzelpfarreien ab. Wie die Diözese am Donnerstag mitteilte, sind die Zuschnitte der neuen Pfarreien Ergebnis einer monatelangen Planung. In die Praxis umgesetzt werden die neuen Strukturen voraussichtlich ab dem Jahr 2025. Dann werden auch erstmals Pfarrgemeinderäte für die Großpfarreien gewählt.

Freiburgs Erzbischof Stephan Burger (Foto: Roger Kupfer / Erzbistum Freiburg)

Für die Städte Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim, Baden-Baden, Freiburg und Konstanz ist jeweils nur noch eine Pfarrei vorgesehen, mit dann bis zu 80.000 Katholiken. Auch in ländlichen Regionen entstehen sehr große Organisationseinheiten. Die Pfarrei rund um Bruchsal hat beispielsweise mehr als 110.000 Mitglieder. Die durchschnittliche Größe beträgt etwa 50.000. Im Schnitt werden sechs Seelsorgeeinheiten und 29 bisherige Pfarreien zusammengefasst.

Ein Priester übernimmt Leitung

Die Großpfarreien sollen jeweils von einem Priester geleitet werden. Dieser delegiert Aufgaben und Verantwortungen. Vor Ort sollen „Gemeindeteams“ entstehen, in denen Haupt- und Ehrenamtliche zusammen arbeiten. Um Seelsorger von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, sehen die Planungen für jede Großpfarrei eine zentrale Geschäftsführung vor, die einem mit Experten besetzten Aufsichtsrat rechenschaftspflichtig ist.

Hintergrund der Strukturreformen ist die sinkende Zahl von Katholiken und Priestern. Ähnliche Planungen gibt es in bundesweit vielen Diözesen. Das württembergische Nachbarbistum Rottenburg-Stuttgart hält dagegen an der Struktur von rund 1.000 kleinen Pfarreien fest.

Kritik an Plänen

Die Freiburger Pläne standen zunächst stark in der Kritik. In monatelangen Beratungen konnten die Akteure vor Ort ihre Änderungswünsche einbringen. Die Planer und die Vertretung der Basis – der Diözesanrat – hoffen, dass es nun nicht zu größeren Protesten gegen den neuen Pfarreienzuschnitt kommt. Dennoch stehen weiterhin viele Katholiken der neuen Aufteilung skeptisch gegenüber.

Entscheidend sei es nun, die neuen Strukturen mit Leben zu füllen, sagte Erzbischof Stephan Burger. Die neuen Pfarreien könnten den Rahmen bilden, um die „versöhnende, befreiende, tröstende und stärkende Kraft Gottes wahrnehmen zu können“. Aktuell arbeiten 18 Arbeitsgruppen an konkreten Ideen.

kna
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