Theologe: „Luft nach oben“ bei Qualität der Gottesdienste

Der Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, Marius Linnenborn, wünscht sich bessere und ansprechendere Gottesdienste in den katholischen Kirchen.
Bonn – Der Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, Marius Linnenborn, wünscht sich bessere und ansprechendere Gottesdienste in den katholischen Kirchen. "Bei der Qualität der Gottesdienste ist sicher noch Luft nach oben", sagte er im Interview des Portals katholisch.de (Samstag): "Da ist manches oft zu routiniert. Wenn das Wort Gottes wirklich gut vorgetragen und verkündet wird, dann lässt das schon aufhorchen."

Dr. Marius Linnenborn. –Foto: DBK

Der Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, Marius Linnenborn, wünscht sich bessere und ansprechendere Gottesdienste in den katholischen Kirchen. „Bei der Qualität der Gottesdienste ist sicher noch Luft nach oben“, sagte er im Interview des Portals katholisch.de (Samstag): „Da ist manches oft zu routiniert. Wenn das Wort Gottes wirklich gut vorgetragen und verkündet wird, dann lässt das schon aufhorchen.“

Wichtig seien vor allem die Erfahrung der Gemeinschaft und der Bezug zum Alltag der Gläubigen, ergänzte der Experte für Liturgie. Der Begriff steht in Christentum und Judentum für das Verständnis und die Ordnung der Zeremonien des Gottesdienstes: „Natürlich muss der Gottesdienst einen Mehrwert für die Menschen haben“, so Linnenborn weiter: „Es kommt auf die Qualität der Feier an: Einerseits muss das Leben der Menschen darin vorkommen. Andererseits sollte die Feier wirklich zu einer Gotteserfahrung werden können.“

Dabei sollte aus seiner Sicht ein Sonntagsgottesdienst in einer gewöhnlichen Pfarrei ein „Gottesdienst für alle“ sein – von den Kindern bis zu den Senioren. Spezielle Angebote für unterschiedliche Zielgruppen seien sehr sinnvoll – „aber das vielleicht weniger am Sonntag. Der sonntägliche Gottesdienst soll die Gemeinde zusammenführen.“

Eine große Herausforderung sei es, so der Experte, die Gläubigen nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wieder für Gottesdienste vor Ort zu begeistern. Bei manchen sei die Sehnsucht sicher groß, bald wieder eine größere Gemeinschaft zu erfahren. Andere dagegen hätten in den letzten Monaten die digitalen Formen schätzen gelernt: „Diese bieten sicher die Möglichkeit, Menschen an verschiedenen Orten zu verbinden, sind aber gerade im Hinblick auf den Sonntagsgottesdienst kein gleichwertiger Ersatz.“

Die Gemeinden müssten in dieser Situation ermutigt werden, „neue Wege des Einladens zum Gottesdienst zu gehen“, forderte Linnenborn. Er hoffe auch, dass die Kirchenmusik und der gemeinsame Gesang eine wichtige Rolle spielen könnten, sobald sie wieder möglich sind: „Aber dafür wird manche Anstrengung nötig sein.“

Das 1947 gegründete Deutsche Liturgische Institut in Trier ist eine Arbeitsstelle und Studienstätte zur Förderung des Gottesdienstes der katholischen Kirche in Deutschland und im deutschen Sprachgebiet.

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