ZdK: Missbrauch durch Laien in den Blick nehmen

Ein neu eingerichteter Arbeitskreis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) soll sich auch mit der Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche durch Laien befassen.
Bonn – Ein neu eingerichteter Arbeitskreis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) soll sich auch mit der Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche durch Laien befassen. Das kündigte ZdK-Präsident Thomas Sternberg in einem Interview des Portals katholisch.de am Mittwoch an. Dieser Arbeitskreis, dessen Einrichtung der Hauptausschuss des obersten deutschen Laiengremiums soeben beschlossen habe, solle sich auch mit den "begünstigenden Strukturen von Missbrauch" beschäftigen.

Zdk-Präsident Thomas Sternberg (Foto:© ZdK/Nadine Malzkorn)

Ein neu eingerichteter Arbeitskreis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) soll sich auch mit der Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche durch Laien befassen. Das kündigte ZdK-Präsident Thomas Sternberg in einem Interview des Portals katholisch.de am Mittwoch an. Dieser Arbeitskreis, dessen Einrichtung der Hauptausschuss des obersten deutschen Laiengremiums soeben beschlossen habe, solle sich auch mit den „begünstigenden Strukturen von Missbrauch“ beschäftigen.

Austausch mit Unabhängigen Kommissionen der Bistümer

Es werde immer deutlicher, „dass die Verbrechen sexualisierter Gewalt nicht nur eine Frage von Klerikern ist, sondern ein breites Geschehen“, erklärte Sternberg. Daher stellten sich Fragen wie: „Wie war das, was wir ‚Ko-Klerikalismus‘ in den Gemeinden nennen? Wie war das in unseren Verbänden und Einrichtungen?“ Und: „Wie war das überhaupt im Bereich der Laien? Das volle Ausmaß der Problematik wird heute Stück für Stück weiter deutlich.“

Der neue Arbeitskreis solle sich mit den Unabhängigen Kommissionen der Bistümer austauschen und Betroffene um Mitarbeit bitten, sagte der ZdK-Präsident weiter. Nach der Online-Konferenz des Reformprozesses Synodaler Weg im Februar hatte er die Einrichtung eines solchen Gremiums angekündigt. „Wir müssen uns auch selbst hinterfragen“, sagte Sternberg damals der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Aufarbeitung durch multidisziplinäre Teams wünschenswert

Er halte es für wichtig, dass die Aufarbeitung von Kindesmissbrauch Thema im Bundestag werde, betonte er nun. „Diese erschütternden Verbrechen werden uns noch sehr viel weiter beschäftigen, weil es eben nicht nur ein Problem der katholischen Kirche ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Frage.“ In der katholischen Kirche sei in den vergangenen Jahren „zu wenig, aber überhaupt etwas passiert, was in anderen Bereichen der Gesellschaft noch aussteht.“

Was die Kirche betreffe, sei Aufarbeitung durch multidisziplinäre Teams wünschenswert, sagte Sternberg. Der Verfasser des jüngst in Köln vorgestellten Gutachtens, der Jurist Björn Gercke, habe selbst darauf hingewiesen, dass seine Studie nicht ausreiche. Das Gutachten sei dennoch „eine erste Grundlage, sich damit zu beschäftigen“. Dabei sei nicht allein die Frage entscheidend, „ob da irgendjemandem etwas nachzuweisen ist“. Es gehe auch darum, Strukturen zu verändern. Dies betreffe „die Frage nach Macht und ihre Ausübung, die Frage nach dem Männerbündischen im Klerus, der Klerikalismus“.

kna